Minister Jung: «Heimat ist vor allem ein Gefühl»
Zur Pflege hessischer Traditionen gab es dieses Jahr bislang mehr als 100 Zusagen für Geld vom Land. Warum das für den Heimatminister so wichtig ist.
Wiesbaden (dpa/lhe) - Der Landtag hat sich fraktionsübergreifend für hessische Mundart und Brauchtum starkgemacht. «Heimat ist kein Ort auf einer Landkarte. Heimat ist vor allem ein Gefühl von Zugehörigkeit und Gemeinschaft», sagte Heimatminister Ingmar Jung (CDU) in Wiesbaden. Sie entstehe dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen, wo Traditionen gepflegt und bewahrt würden. Leider habe ihm sein Büro untersagt, am Rednerpult Dialekt zu sprechen, ergänzte der gebürtige Rheingauer.
Brauchtumsförderung des Landes fließe unter anderem an Fastnachtsvereine, Trachtenvereine, Musikkapellen, Heimat- und Mundartvereine oder Schützenvereinigungen, teilte das Ministerium mit. 2026 gab es den Angaben zufolge mehr als 100 Förderzusagen. Aufgrund der großen Nachfrage seien die Mittel um 200.000 Euro auf insgesamt 700.000 Euro erhöht worden. Mit einem Investitionsförderprogramm für das Gastgewerbe im ländlichen Raum unterstütze die Landesregierung Klein- und Kleinstbetriebe der Gastronomie und Hotellerie mit einem Zuschuss von bis zu 30.000 Euro.
Die FDP-Fraktionsvorsitzende Wiebke Knell äußerte Bedauern, dass Dialekte oft nicht an die nächste Generation weitergegeben würden. Sie berichtete, dass in ihrer Familie die Großeltern die regionale hessische Mundart regelmäßig mit den Enkelkindern übten. Jürgen Frömmrich von der Grünen-Fraktion sagte, ihm sei die Mundart leider abgewöhnt worden, weil es damals nicht schick gewesen sei. Heute sei es schön, wenn Menschen Dialekte sprechen und pflegen.