Mit Pinsel und Feder: Pflege für die Museums-Elche
Mit Pinsel und Feder werden die mehr als 90 Jahre alten Elch-Präparate im Senckenberg Naturmuseum gereinigt. Was sind die größten Herausforderungen bei der Pflege der Exponate?
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Anna Frenkel steht in einer hell beleuchteten Vitrine auf dem Sand. Vor ihr steht ein mehr als 90 Jahre altes Elchpräparat. Vorsichtig staubt sie mit einem Pinsel das Geweih ab. Und auch die Glasaugen werden gereinigt. «Da setzt sich mit der Zeit ein Schleier ab. Da muss man immer mal wieder ran, damit sie wieder schön glänzen», sagt die zoologische Präparatorin am Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt.
Ihre Kollegin Narumi Sato kümmert sich derweil um die liegende Elchkuh, die sie unter anderem mit einer Feder pflegt. Gemeinsam mit einer dritten Expertin sind Sato und Frenkel dafür zuständig, neue Objekte zu präparieren, Stücke aus dem Fundus für Ausstellungen vorzubereiten und die Exponate in den zoologischen Abteilungen in Schuss zu halten. Hinzu kommen zwei weitere Mitarbeitenden für die geologischen Abteilungen.
Klassische Schäden bei Exponaten: Risse und Ausbleichungen
Der Einsatz bei den Elchen sei ein leichtes Spiel: Der Vorteil sei, dass die Vitrine gut abgeschlossen ist. So gebe es nicht einmal besonders viel Staub zum Entfernen, erklären die beiden. Die größte Herausforderung sei, auf dem Sandboden keine Fußspuren zu hinterlassen.
Und was sind klassische Schäden, die bei den Ausstellungsstücken entstehen können? Das seien vor allem Risse und Ausbleichungen oder auch mal ein Schädlingsbefall mit Insekten, das komme glücklicherweise eher selten vor, sagt Frenkel.
Elche wurden 1934 erlegt
Die beiden Tiere - ein Elch und eine Elchkuh - wurden 1934 geschossen, wie in einer Publikation der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung zu lesen ist. Direkt im Anschluss seien die Felle versorgt worden, das bedeutet, diese seien abgezogen, gewaschen und einer ersten Konservierung unterzogen worden, heißt es darin. Zurück in Frankfurt habe in einer Präparationswerkstatt die Anfertigung der Exponate begonnen.
In dem naturhistorischen Museum werden um die 11.000 Exponate gezeigt, hinzu kommen mehr als 40 Millionen Objekte in den wissenschaftlichen Sammlungen Senckenberg am Standort Frankfurt und in anderen Städten, beispielsweise in Dresden und Görlitz.