Mordversuch mit Benzin: 29-Jährige muss in Psychiatrie
Ein Streit um eine Zigarette eskaliert: Eine 29-Jährige soll einen Teenager mit Benzin übergossen haben, um ihn anzuzünden. Der Schüler kann sich retten. Nun urteilte das Gericht.
Ulm (dpa/lsw) - Eine 29-Jährige muss wegen Mordversuchs an einem Teenager dauerhaft in die Psychiatrie. Das Landgericht Ulm ordnete die Unterbringung der Frau an. Sie hatte nach Auffassung der Strafkammer den damals 16-Jährigen im Streit mit Benzin übergossen und ihn mit einem Feuerzeug anzünden wollen. Laut Gutachten leidet die Frau an einer psychischen Erkrankung. Sie leide unter psychotischen Zuständen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Sie hatte zu Prozessbeginn vor Gericht bestätigt, dass es mit dem damals 16-Jährigen und einem gleichaltrigen Begleiter an einem Sommerabend in einer Göppinger Parkanlage zum Streit gekommen war. Der Grund: Sie habe keine Zigarette bekommen und deshalb erst etwas aus einer Flasche Benzin auf den Boden geleert und angezündet. Das Benzin habe sie dabeigehabt, um einen Baum anzuzünden, sagte die Frau.
Schüler kann sich retten
Der betroffene Schüler beschrieb, wie er dann mit der restlichen Flüssigkeit überschüttet wurde. «Dann habe ich ein Feuerzeug gehört und bin ein paar Meter weg», hatte der mittlerweile 17-Jährige vor Gericht gesagt. Die Frau räumte ein, ihn aus Enttäuschung damit bedroht zu haben.
Befragte Polizisten sagten aus, die 29-Jährige sei an dem späten Abend sehr aufgebracht und merklich alkoholisiert gewesen. Sie sei bereits bei früheren Gelegenheiten als verwirrt aufgefallen. Sie erklärte, dass sie im Zuge einer Geschlechtsanpassung in psychiatrischer Behandlung sei.