Entgelte

Motorsäge und Trillerpfeifen – Tarifgespräche starten

Wie viel Geld mehr sollen Hessens 58.000 Landesbeschäftigte verdienen? Gewerkschaften und Innenminister ringen um einen neuen Tarifabschluss. Was sagen sie beim Auftakt der Verhandlungen?

«Löhne rauf, sonst zahl' ich drauf» - mit solchen Slogans versuchen Landesbeschäftigte vor dem Start der Tarifgespräche, Druck auf das Land Hessen zu machen. Foto: Sascha Ditscher/dpa
«Löhne rauf, sonst zahl' ich drauf» - mit solchen Slogans versuchen Landesbeschäftigte vor dem Start der Tarifgespräche, Druck auf das Land Hessen zu machen.

Wiesbaden (dpa/lhe) - Begleitet von einer Kundgebung mit einer wiederholt aufheulenden Motorsäge der Waldarbeiter und einem Pfeifkonzert hat die Tarifrunde 2026 für die rund 58.000 Landesbeschäftigten in Hessen begonnen. Mit Plakaten mit Worten wie «Löhne rauf, sonst zahl' ich drauf» und «Schwarz kürzt Schulen kaputt. Nicht mit uns!» demonstrierten mehrere Hundert Landesbeschäftigte etwa von Schulen, Justiz und Polizei für höhere Entgelte. 

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Auch eine Motorsäge heult bei der Demo immer wieder auf. Foto: Sascha Ditscher/dpa
Auch eine Motorsäge heult bei der Demo immer wieder auf.

Christine Behle von der Dienstleistungsgesellschaft Verdi bekräftigte die Forderungen der Arbeitnehmer: Sieben Prozent mehr Geld – mindestens aber 300 Euro zusätzlich. Auszubildende sollen 200 Euro mehr im Monat bekommen. Weiter forderten die Gewerkschaften, das Weihnachtgeld auf ein Monatsgehalt zu erhöhen, sowie nur ihren Mitgliedern einen Urlaubstag mehr zu gewähren. Die Gewerkschaften untermauerten ihre Forderungen mit dem Verweis auf Reallohnverluste der vergangenen Jahre.

Christine Behle von Verdi gehört zu den Rednerinnen und Rednern bei der Demo vor dem Innenministerium. Foto: Sascha Ditscher/dpa
Christine Behle von Verdi gehört zu den Rednerinnen und Rednern bei der Demo vor dem Innenministerium.

Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU), der den Gewerkschaften vor mehreren Tagen schon einen «überzogenen Forderungskatalog» vorgehalten hatte, dankte den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes für ihre Arbeit – sie seien «Stützpfeiler unseres Landes». 

Das solle selbstverständlich in die Tarifvertragsverhandlungen einfließen, ergänzte Poseck. Zugleich betonte er Hessens Spardruck infolge der «schlechten wirtschaftlichen Entwicklung». Der Innenminister mahnte: «Wir können als Land das Geld auch nur einmal ausgeben.»

Mehrere Hundert Arbeitnehmer beteiligen sich an der Kundgebung. Foto: Sascha Ditscher/dpa
Mehrere Hundert Arbeitnehmer beteiligen sich an der Kundgebung.

Mit Blick auf den anschließenden Start der Gespräche hinter verschlossenen Türen im Innenministerium sagte Poseck als Verhandlungsführer des Landes: «Es wird heute noch kein konkretes Angebot geben.» Er sei aber zuversichtlich, dass «uns auch in diesem Jahr trotz der schwierigen Rahmenbedingungen am Ende ein tragbares Ergebnis gelingen wird».

Gewerkschaft: «Ernüchternder» Start

Nach der ersten Gesprächsrunde in Wiesbaden sprach der Deutsche Beamtenbund (dbb) in Hessen von einem «ernüchternden» Auftakt. dbb-Verhandlungsführer Andreas Hemsing mahnte: «Wir sollten davon wegkommen, Fortschritte und Entscheidungen vor allem in die Abschlussrunde zu packen.»

Beide Seiten hoffen, dass die nun begonnenen Verhandlungen nach einer «Zwischenrunde auf Arbeitsebene» am 9. und 10. März bei weiteren Treffen am 26. und 27. März mit einem Tarifergebnis abgeschlossen werden können.