Nach Fund von neun toten Schafen läuft DNA-Untersuchung
Neun tote Schafe bei Greifenstein: Steckt ein Wolf dahinter? DNA-Tests sollen klären, wer für die Risse verantwortlich ist – das Ergebnis wird in etwa zwei Wochen erwartet.
Greifenstein (dpa/lhe) - Nachdem ein Tierhalter bei Greifenstein im Lahn-Dill-Kreis mehrere tote Schafe gemeldet hat, sollen DNA-Untersuchungen Aufschluss darüber geben, ob die Tiere möglicherweise von einem Wolf gerissen wurden. Der Halter habe nach den drei aufeinanderfolgenden Nächten von vergangenem Freitag bis Montag (10. bis 13. April) die insgesamt neun toten Schafe gefunden, sagte ein Sprecher des Landesbetriebs HessenForst, bei dem auch das Wolfszentrum Hessen angesiedelt ist. Zuvor hatte hessenschau.de über das Thema berichtet.
Ein Wolfsberater habe sich bereits am Montag ein genaues Bild vor Ort über die Riss-Situation gemacht und Abstriche genommen, die nun im Labor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung untersucht würden. Falls sich dabei Wolfs-DNA finde, werde auch untersucht, welchem Individuum diese möglichen DNA-Spuren zugeordnet werden können. Dies dauere in der Regel etwa zwei Wochen, sagte der Sprecher.
Wolfsrudel in der Region etabliert
Die Experten des Wolfszentrums Hessen träfen daraufhin gegebenenfalls eine amtliche Feststellung, ob ein Wolf der Verursacher der Risse war. Falls es zu einer solchen Feststellung kommt, könnte der Schafhalter damit eine Ausgleichszahlung beantragen. Fest stehe bereits: «Ein ausreichender Grundschutz war in diesem Fall nicht vorhanden», sagte der Sprecher mit Blick auf die Tierhaltung.
Dass es sich um Wolfsrisse handeln könnte, sei zugleich «nicht unmöglich», so der Sprecher - erst im Januar hatte das Wolfszentrum Hessen bestätigt, dass sich nach zunächst zwei sesshaften Wölfen im Territorium Greifenstein mittlerweile ein Wolfsrudel etabliert habe.