Fußball

Götze und Riera: Einer bleibt, was macht der andere?

Gut zwei Monate ist Albert Riera inzwischen bei der Eintracht. So wirklich vorangebracht hat er das Team nicht. Gelegenheit, WM-Held Götze ein Extralob zu machen, lässt er aus.

Riera polarisiert bei der Eintracht. (Archivfoto) Foto: Marc Schüler/dpa
Riera polarisiert bei der Eintracht. (Archivfoto)

Frankfurt/Main (dpa) - Als Albert Riera nach Mario Götze gefragt wurde, erzählte er einfach von Timothy Chandler. «Fantastisch» trainiere das 36 Jahre alte Vereinsurgestein von Eintracht Frankfurt, sagte der Spanier über Chandler, der es in dieser Saison auf exakt null Einsatzminuten bringt und in der Bundesliga in den allermeisten Fällen nicht mal zum Kader gehört.

Ein vorbehaltloses Lob für WM-Held Götze, der in dieser Woche seinen Vertrag verlängerte und bis 2028 bei den Hessen bleiben soll? «Sie müssten mich nach allen Spielern fragen», sagte Riera. Der 43-Jährige warf den Journalisten «einen Mangel an Respekt» vor, wenn es Nachfragen nach einzelnen Spielern gäbe. 

Götze zuletzt ohne Einsatzminuten

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Pragmatisch erklärte er: «Wenn das Team ihn braucht - nicht Albert - dann haben wir kein Problem. Alle Spieler sind wichtig. Wenn wir Mario brauchen, werden wir ihn aufs Feld bringen.» Zuletzt brauchte Riera Götze eher weniger. 

Vor der Länderspielpause kam der 33-Jährige sowohl beim FC St. Pauli als auch gegen den 1. FC Heidenheim nicht zum Einsatz - beim Gastspiel bei Rivale Mainz 05 zählte er nicht mal zum Aufgebot. Der Cheftrainer klang nicht so, als ob sich vor der Partie am Ostersonntag (17.30 Uhr/DAZN) gegen den 1. FC Köln viel geändert habe.

Götze hat seinen Vertrag verlängert und bleibt bei der Eintracht. (Archivfoto) Foto: Harry Langer/dpa
Götze hat seinen Vertrag verlängert und bleibt bei der Eintracht. (Archivfoto)

Keine Lobeshymnen für Götze

Bald vier Jahre ist der damals umjubelte Siegtorschütze von Rio de Janeiro inzwischen bei dem Traditionsclub. Und die Club-Führung um Sport-Vorstand Markus Krösche hat in dieser Woche Fakten geschaffen, was Götzes nahe Zukunft angeht. «Seine Vertragsverlängerung ist ein starkes Commitment mit der Eintracht. Diese Identifikation mit dem Klub und der Stadt ist vor allem im Hinblick auf die neue Saison sehr wichtig», betonte Krösche.

Auch vor diesem Hintergrund wurde Riera am Karfreitag zur Person Götze gefragt. Doch in die Lobeshymnen wollte der Trainer demonstrativ nicht einstimmen. «Wenn einer nicht spielt, dann spielt ein anderer auf seiner Position», stellte Riera stattdessen ganz grundsätzlich klar.

Götze deutete im Zuge der Vertragsverlängerung bereits an, dass «eine Fußballkarriere endlich ist». Gut vorstellbar, dass der Offensivspieler seine schillernde Laufbahn mit Stationen beim FC Bayern München und Borussia Dortmund am Main beendet. Höchst fraglich ist dagegen, ob er dies unter Trainer Riera tut.

Krösche verteidigt Cheftrainer

Der Nachfolger von Dino Toppmöller hat die Hessen in den vergangenen zwei Monaten nicht wirklich vorangebracht. Krösche sah sich zu Beginn der nun endenden Länderspielpause sogar veranlasst, den impulsiven Spanier gegen die wachsende Kritik zu verteidigen. 

«Albert sagt, was er denkt. Das polarisiert, aber damit kann er umgehen. Er ist überzeugt von dem, was er tut und wie er Fußball spielen lassen will», sagte der 45 Jahre alte Krösche in einem Interview der «Frankfurter Allgemeine Zeitung». Man werde Riera nicht am Erreichen des europäischen Wettbewerbs messen, stellte Krösche klar.

Der Sport-Vorstand steht für mittel- und langfristige Zusammenarbeit mit Trainern. Erstmals seit fast zehn Jahren trennte sich die Eintracht im Januar während der Saison von einem Trainer. Vor Toppmöller hatten Niko Kovac, Adi Hütter und Oliver Glasner jeweils zum Saisonende übergeben. Aktuell spricht nicht allzu viel dafür, dass Riera bei der Eintracht ähnliche Erfolge feiern kann wie seine Vorgänger.