Neues Stellwerk in Kassel nimmt Betrieb auf
Per Mausklick steuern Bahnmitarbeiter jetzt Züge rund um Kassel. Was das für Pendler bedeutet – und warum es bald zu Ausfällen kommt.
Kassel/Frankfurt (dpa/lhe) - Die Bahn-Infrastrukturtochter DB InfraGo hat die erste Stufe des neuen elektronischen Stellwerks (ESTW) am Bahnknoten Kassel in Betrieb genommen. Seit Mitte Juni steuern Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von zwei Bedienplätzen am Kasseler Hauptbahnhof die Zugfahrten auf der Strecke Obervellmar-Hofgeismar-Warburg per Mausklick, wie der Konzern jetzt mitteilte. Das ESTW ist Teil der bis 2030 geplanten Modernisierung der Leit- und Sicherungstechnik im Haupt- und Rangierbahnhof Kassel.
Die neue Technik soll den Bahnbetrieb leistungsfähiger und flexibler machen. «Das ESTW Kassel ist ein zentrales Projekt für einen moderneren Bahnbetrieb in Nordhessen», sagte Marco Rasbieler von der DB laut Mitteilung. Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV), der den Nahverkehr in Nordhessen bestellt und organisiert, erwartet laut Geschäftsführer Marian Volmer perspektivisch unter anderem kürzere Zugfolgezeiten auf der Harleshäuser Kurve.
Bauarbeiten sorgen für Einschränkungen im Zugverkehr
Für die weiteren Inbetriebnahmestufen des ESTW sind laut der DB in den kommenden Jahren zusätzliche Bauarbeiten erforderlich. Dazu sind zunächst ab dem 9. Oktober Sperrungen im Knoten Kassel geplant.
Ab dann fahren auf den Strecken Kassel Hbf - Kassel-Wilhelmshöhe (bis 17. Oktober), Kassel Hbf - Kassel-Harleshausen - Vellmar-Osterberg (bis 18. Oktober) und Kassel Hbf - Vellmar-Niedervellmar (bis 22. Oktober) keine Züge. Außerdem wird die Strecke Kassel-Wilhelmshöhe - Vellmar-Obervellmar zwischen dem 17. und 19. Oktober gesperrt. Während dieser Zeit kommt es zu Einschränkungen im Zugverkehr. Die DB bündele die Arbeiten, um Einschränkungen für Fahrgäste zu minimieren, hieß es.