DFB-Pokal

Nürnbergs Pokal-Aus als Messlatte im Abstiegskampf

Nach dem Pokal-Aus ist vor dem Abstiegskampf: Viel Zeit zur Regeneration hat der 1. FC Nürnberg nicht. Mittelfeldspieler Castrop stellt einen klaren Plan für die nächsten Stunden auf.

Der Nürnberger Jannes-Kilian Horn (r) foult den Stuttgarter Josha Vagnoman von hinten. Foto: Daniel Löb/dpa
Der Nürnberger Jannes-Kilian Horn (r) foult den Stuttgarter Josha Vagnoman von hinten.

Nürnberg (dpa/lby) - Als Dieter Hecking über die Erkenntnisgewinne aus dem Pokal-Aus gegen Stuttgart sprach, regenerierten seine Spieler schon einen Kilometer weiter auf dem Trainingsgelände am Valznerweiher. Die Nürnberger Trauer über den verpassten Halbfinal-Einzug hielt nicht lange an. Nach dem aufmunternden Beifall der «Club»- Fans im mit 50.000 Fans ausverkauften fränkischen Stimmungstempel richtete sich der Blick voller Tatendrang auf die bevorstehenden, kniffligen Aufgaben im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga.

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«Viel schlafen, viel essen, behandeln lassen und dann auf den Punkt wieder da sein», beschrieb Mittelfeldspieler Jens Castrop den Ablaufplan bis Samstag. Dann empfangen die Franken erneut vor heimischer Kulisse den Karlsruher SC. «Es wird nicht weniger intensiv werden. Da werden wir wieder gefordert sein», kündigte FCN-Trainer Dieter Hecking an: «Wenn wir die Intensität wie heute wieder auf den Platz bringen, dann bin ich zuversichtlich, dass die Ergebnisse kommen, die wir brauchen».

50.000 Anhänger wie beim 0:1 gegen den VfB Stuttgart werden am Samstag zwar nicht dabei sein, die Franken wollen aber auch am Samstag noch von der Gänsehaut-Stimmung zehren. «Es war einfach geil und schon etwas Besonderes», befand Linksverteidiger Jannes Horn. Die Leihgabe vom VfL Bochum hatte sein Debüt im schwarz-roten Trikot gegeben. «Man hat keinen Klassenunterschied gesehen. Im Großen und Ganzen haben wir ein gutes Spiel gemacht», sagte Horn nach dem zähen Pokal-Fight.

Das Spiel kostete aber auch «einige Körner», wie ein sichtlich erschöpfter Castrop in der Interview-Zone erklärte. «Die Muskeln wurden immer schwerer. Am Ende ist uns die Kraft ausgegangen», berichtete der 19-Jährige. Fast die gesamte Spieldauer hatten die Nürnberger leidenschaftlich verteidigt, waren ein ebenbürtiger Gegner. Nicht nur die Kulisse hätte einen Halbfinal-Einzug verdient gehabt.

Viel Zeit zur Regeneration bleibt nicht. 63 Stunden um genau zu sein. Die Nürnberger brauchen jede Minute davon. «Wir haben über 65 Minuten alles in die Waagschale geworfen, was drin ist. Wir haben einen Fight abgeliefert. Das ist jetzt die Messlatte, da müssen wir wieder hin», forderte Hecking von seiner abstiegsbedrohten Mannschaft.

Vor dem 27. Spieltag beträgt der Nürnberger Vorsprung auf den Relegationsplatz drei Punkte. Es wird «eklig und dreckig», versicherte Mittelfeldspieler Johannes Geis: «Wir werden alles reinwerfen müssen.»