Per Zufall: Zoll erwischt Enkeltrick-Betrüger
Mit einem Schockanruf bringt ein vermeintlicher Polizist eine Frau dazu, ihm Wertgegenstände in Höhe von 50.000 Euro zu überreichen. Dann gerät er in eine Kontrolle auf der Autobahn.
Gießen/Höxter (dpa) - Eine Frau aus Höxter hat nach einem Schockanruf einem vermeintlichen Polizisten Gegenstände im Wert von 50.000 Euro ausgehändigt. Ihr Glück: Der 24 Jahre alte Mann geriet wenig später in Hessen in eine Zollkontrolle und wurde festgenommen, wie das Hauptzollamt Gießen mitteilte.
Per Telefon erklärte der falsche Polizist der älteren Frau, ihre Tochter habe einen Unfall mit Todesfolge verursacht und sitze nun in Haft. Damit sie entlassen werden könne, müsse eine Kaution gezahlt werden. Um diese auszulösen, übergab die angerufene Frau dem Mann schließlich Wertgegenstände im Wert von rund 50.000 Euro.
Kaufbeleg bei den Münzen als heiße Spur
Nach der Übergabe fuhr der Betrüger laut Polizei auf die A44, wo er in der Nähe des Rastplatzes Bärenberg in Hessen in eine Zollkontrolle geriet. Dabei entdeckten die Beamten neben einigen Armbanduhren auch wertvollen Schmuck und Goldmünzen. «Die Herkunft konnte der Fahrer nicht schlüssig erklären», hieß es. «Stattdessen verstrickte er sich in Widersprüche, die Misstrauen erweckten.»
Zudem wies ein Kaufbeleg bei den Münzen die Frau aus Höxter als Käuferin aus. Darauf wurde klar, dass die ältere Dame Opfer eines Schockanrufs geworden war. Der Mann wurde schließlich festgenommen und der Kasseler Polizei übergeben. Die Wertgegenstände wurden der Frau aus Höxter zurückgegeben.
Wie verhalte ich mich bei Schockanrufen?
Der Zoll schrieb weiter: «Sollten sie einen Schockanruf erhalten, informieren sie sofort die Polizei unter der 110 und versuchen sie Angehörigen zu erreichen, um die Situation abzuklären.» Weitere Informationen gibt es auf den Informationsseiten des Programms Polizeiliche Kriminalprävention: http://www.polizei-beratung.de und https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/enkeltrick.