Minister spricht von «Brandanschlag» auf Firmengelände
Ein Feuer beschädigt Fahrzeuge bei Heidelberg Materials, die Polizei prüft ein Bekennerschreiben. Hessens Innenminister Poseck sieht einen «schweren Angriff auf ein mittelständisches Unternehmen».
Rosbach vor der Höhe/Heidelberg (dpa) - Nach dem Feuer auf einem Firmengelände von Heidelberg Materials im Wetteraukreis spricht Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) von einem «Brandanschlag». Dieser sei «ein schwerer Angriff auf ein mittelständisches Unternehmen und auf den inneren Frieden in unserem Land», erklärte Poseck in Wiesbaden. Zuvor war nach dem Feuer mit einem Sachschaden von rund 800.000 Euro ein Bekennerschreiben aufgetaucht.
Nach den Worten eines Polizeisprechers wird dieses jetzt geprüft und fließe in die Ermittlungen ein. Diese seien noch in einem frühen Stadium und würden auch in andere Richtungen geführt. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung darüber berichtet.
Das Unternehmen bestätigte den Vorfall und arbeitet nach eigener Aussage eng mit den Behörden zusammen. Wegen der laufenden Ermittlungen könne man sich zu den weiteren Umständen nicht äußern, so ein Sprecher. Er bestätigte auch, dass es um das genannte Unternehmen geht. Die Brandursache sei bislang noch nicht geklärt, Brandstiftung werde allerdings nicht ausgeschlossen.
Bekennerschreiben auf linksextremer Plattform
Nach Angaben des Unternehmens waren durch das Feuer in der Nacht zum Mittwoch auf dem Firmengelände fünf Betonmischer-Lastwagen und ein Radlader beschädigt worden, die Polizei hatte von insgesamt sieben beschädigten Fahrzeugen gesprochen. Auf Gebäude hatten die Flammen laut Polizei nicht übergegriffen, verletzt wurde niemand.
Das Bekennerschreiben war auf der vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuften Plattform Indymedia veröffentlicht worden. Verfasser sind demnach «Kommunist*innen», die angeben, sich Zugang zum Betonwerk der Firma Heidelberg Materials Beton in Rosbach vor der Höhe verschafft und auf dem Gelände Betonmischer angezündet zu haben.
Auch Minister spricht von «Ermittlungen in alle Richtungen»
«Es bleiben: Fünf ausgebrannte Fahrzeuge, ein Schaden in hoher sechsstelliger Höhe und eine ganze Nachbarschaft, die mitten in der Nacht von Feuerschein und Explosionsgeräuschen geweckt wurde», so der Minister. «Dass niemand verletzt wurde, ist allein dem schnellen Eingreifen der Feuerwehr und Polizei zu verdanken, denen mein ausdrücklicher Dank gilt.»
Zugleich machte auch Poseck deutlich, dass die Ermittlungen in alle Richtungen geführt und die Echtheit des Bekennerschreibens noch geprüft werde. «Sollte sich ein extremistischer Hintergrund bestätigen, so fügt sich diese Tat in eine Entwicklung ein, vor der ich seit Langem warne», so Poseck.