Jubiläum

Polizeioldtimermuseum wird 20

Ob auf Streife, bei der Verbrecherjagd oder bei Demonstrationen - die «Oldies» im Marburger Polizeioldtimermuseum haben in vielfältigen Einsatzlagen ihren Dienst getan. Auch zum 20. Geburtstag der Einrichtung ist die Sammelleidenschaft der Initiatoren ungebrochen.

Marburg (dpa/lhe) - Seit zwei Jahrzehnten hat Marburg eine besondere Attraktion für Oldtimerfans: Mehr als 100 Polizeifahrzeuge können die Besucher auf dem Gelände des 1. Deutschen Polizeioldtimermuseums bestaunen. Mit einem großen Sommerfest wird an diesem Sonntag (3. September) das 20-jährige Bestehen gefeiert. Die Initiatoren erwarten auch in diesem Jahr rund 3000 Besucher zu dem Fest. Sie können beispielsweise einen Drohnen-Einsatz der Polizei miterleben, in einem Beiwagen-Motorrad mitfahren oder sich eine Vorführung mit Polizeihunden sowie die Landung eines Polizeihubschraubers anschauen.

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Gehegt und gepflegt werden die «Oldies» des Museums ehrenamtlich von Mitgliedern des Polizei-Motorsport-Clubs Marburg 1990 (PMC Marburg). Jährlich könne man rund 10.000 Gäste auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände begrüßen, sagt Vorstandsmitglied Frank Dönges.

Im Bestand hat das Museum, das in dieser Form bundesweit einmalig sei, praktisch alle Arten von Polizeifahrzeugen - von ganz klein bis ganz groß: Ein BMW Isetta 300, der während der 1950er- und 1960er-Jahre als günstiges Fortbewegungsmittel hauptsächlich bei ländlichen Polizeidienststellen diente, gehört ebenso zur Sammlung, wie ein Exemplar des seit einiger Zeit ausgemusterten Wasserwerfers 9000 von Mercedes Benz. Auch VW-Busse der Baureihen T1 und T2, das gepanzerte Sonderfahrzeug UR 416, ein Bus, der für den Gefangenentransport verwendet wurde und viele weitere Oldtimer sind zu sehen.

An einem Sonntag pro Monat öffnet das Museum - dann gibt es Führungen. Die Besucher kämen teils auch von weit her angereist, sagt Dönges - auch aus dem europäischen Ausland habe man schon Gäste begrüßt. Weil das Museum allmählich an seine Kapazitätsgrenzen stoße, werde eine Erweiterung überlegt - konkrete Pläne bestünden aber noch nicht.

Das Sammeln habe sich für den PMC Marburg mittlerweile zu einem «Selbstläufer» entwickelt, da Privatleute gelegentlich auch alte ehemalige Polizeifahrzeuge für den Bestand anböten, die für den Privatgebrauch «abgerüstet» wurden - an denen also beispielsweise die Blaulichter und die Aufschrift «Polizei» entfernt wurden. Diese werden wieder aufgearbeitet und hergerichtet und können so zu Ausstellungsobjekten werden.

Dabei wirken nicht nur die noch aktiven und bereits pensionierten Polizisten mit, die zu den rund 170 Mitgliedern des PMC Marburg gehören, sondern auch technik- und automobilbegeisterten Clubmitglieder, die nicht für die Polizei arbeiten.