Gefesselt bäuchlings im Wagen

Wachkoma nach Einsatz: Prozess gegen Polizisten verschoben

Nach einem Polizeieinsatz fällt ein Mann ins Wachkoma. Der Prozess in Kassel gegen die beteiligten Beamten wird vertagt. Sie sind wegen Körperverletzung im Amt angeklagt.

Die Polizisten sollen einen Mann während eines Einsatzes Ende September 2022 vorschriftswidrig im Streifenwagen transportiert haben. (Symbolbild) Foto: Swen Pförtner/dpa
Die Polizisten sollen einen Mann während eines Einsatzes Ende September 2022 vorschriftswidrig im Streifenwagen transportiert haben. (Symbolbild)

Kassel (dpa/lhe) - Der Prozess gegen zwei Polizisten, die wegen Körperverletzung im Amt angeklagt sind, ist verschoben worden. Das teilte ein Sprecher des Amtsgerichts Kassel mit. Zu den Gründen konnte er zunächst keine Angaben machen.

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Die Beamten sollen einen Mann laut Anklage während eines Einsatzes Ende September 2022 vorschriftswidrig im Streifenwagen bäuchlings auf dem Boden liegend und an Händen und Füßen gefesselt transportiert haben. In der Folge soll der an einer drogeninduzierten Psychose leidende Mann während der mehrminütigen Fahrt einen Herz-Kreislaufstillstand erlitten haben. Die Polizisten sollen das nicht rechtzeitig erkannt und daher umgehende Reanimationsmaßnahmen unterlassen haben. 

Hirnschaden und Wachkoma

Erst beim Eintreffen auf der Dienststelle wurde laut Staatsanwaltschaft festgestellt, dass der Mann reanimiert werden musste. Zwar habe mit den dann eingeleiteten Rettungsmaßnahmen sein Leben gerettet werden können. Er habe jedoch einen hypoxischen Hirnschaden erlitten. Bis zu seinem - anderer Ursachen geschuldeten - Tod Ende 2023 befand er sich in der Folge im Wachkoma.

Der Prozess gegen die zwei Polizisten soll laut dem Sprecher des Amtsgerichts nun am 12. Dezember beginnen.