Positive Bilanz zu Pilotprojekt mit autonomem Shuttle
Der Fahrer ist nur noch zur Sicherheit an Bord: Der Rhein-Main-Verkehrsverbund hat autonome Minishuttles nun an mehreren Orten getestet. Der nächste Schritt ist für den Winter geplant.
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Ein Pilotprojekt mit selbstfahrenden Minibussen in Frankfurt ist aus Sicht der Organisatoren positiv verlaufen. Mehr als 2700 Fahrgäste seien binnen eines Jahres transportiert worden, teilten der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und die Frankfurter Verkehrsgesellschaft (VGF) am Freitag mit. Die elektrisch betriebenen Minibusse können noch bis 31. Oktober kostenlos im Stadtteil Riederwald per App gebucht werden.
An Bord ist zur Sicherheit noch ein Operator genannter Fahrer, der Minibus ist auch nur mit maximal 20 Stundenkilometern unterwegs. Der Pilotversuch bildete den Abschluss einer Reihe von Projekten mit autonom fahrenden Shuttles des RMV. Sie waren unter anderem bereits am Frankfurter Mainufer, in Wiesbaden, am Kloster Eberbach (Rheingau-Taunus-Kreis) und in Bad Soden-Salmünster (Main-Kinzig-Kreis) im Einsatz.
Nach Ende des Projekts im Riederwald sollen die Erkenntnisse mit denen aus den anderen Pilotversuchen ausgewertet werden, kündigte der RMV an. Der Pilotversuch im Riederwald kostete den Angaben zufolge rund 1,2 Millionen Euro, 70 Prozent davon stammen aus EU-Fördergeldern.
Dabei ist es auch zu Nutzungen jenseits der Idee gekommen, sich zur nächsten U-Bahn-Haltestelle bringen zu lassen, wie der Frankfurter Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (Grüne) sagte. So hätten ältere Menschen den Minibus genutzt, um zum Supermarkt und zurückzufahren. Autonomes Fahren ist laut Siefert angesichts von Fachkräftemangel eine Technologie, die dringend weiter getestet und entwickelt werden sollte. Ohne Fördermittel sei dies allerdings im öffentlichen Nahverkehr nicht zu verwirklichen.
Ein weiteres Pilotvorhaben mit autonomem Fahren ist in Darmstadt geplant. Der RMV will dort gemeinsam mit der Deutschen Bahn autonome Autos als Teil des öffentlichen Nahverkehrs einsetzen, sie sollen mit normaler Geschwindigkeit unterwegs sein. Auch sie sollen per App bestellbar sein. Später soll der Landkreis Offenbach miteinbezogen werden. Das Projekt hatte sich zuletzt verzögert und soll nun nach RMV-Angaben kommenden Winter beginnen. Zunächst sollen ein bis zwei autonome Fahrzeuge noch mit Fahrer in Darmstadt unterwegs sein, um die Umgebung kennenzulernen.