Kirche

Rhein ruft bei Predigt die Menschen zur Nächstenliebe auf

Regelmäßig lädt die Pfarrei St. Marien im Taunus Menschen etwa aus der Politik ein, eine Predigt zu halten. Ministerpräsident Rhein richtete einen eindringlichen Appell an die Gläubigen.

Boris Rhein (CDU), Ministerpräsident von Hessen, spricht während eines Interviews. Foto: Arne Dedert/dpa
Boris Rhein (CDU), Ministerpräsident von Hessen, spricht während eines Interviews.

Bad Homburg (dpa/lhe) - Hessens Ministerpräsident Boris Rhein hat die Menschen zur Nächstenliebe und gegenseitigem Zuhören aufgerufen. «Treten wir anderen freundlich und mit Respekt entgegen. Behandeln wir unsere Mitmenschen so, wie wir selbst behandelt werden möchten», sagte der CDU-Politiker in einer Predigt in der katholischen Pfarrkirche St. Marien in Bad Homburg am Sonntag laut einer Mitteilung der Staatskanzlei. «Wenn wir uns heute umschauen auf unseren Straßen, in den sozialen Medien und an anderen Orten, an denen Menschen zusammenkommen, dann ist mitunter nur wenig zu spüren von Nächstenliebe.»

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Der Regierungschef und Katholik predigte in der Pfarrkirche St. Marien bei der Veranstaltungsreihe «Christ aus gutem Grund». Die Pfarrei lädt nach eigenen Angaben seit zehn Jahren Menschen aus Wirtschaft, Politik und Theologie zur Predigt ein. Damit solle die vernetzte Arbeit der Kirche mitten in der Gesellschaft deutlich werden.

Rhein forderte die Menschen dazu auf, einander mit ernsthaftem Interesse zuzuhören, auch wenn man eine Meinung nicht teile. «Gehen wir mit offenen Augen durch die Welt und richten unseren Blick nicht nur auf uns selbst», sagte er.

Nächstenliebe sei vor allem eine Haltung, die sich durch Mitgefühl und Fürsorge, durch Vergebung und Respekt ausdrücke, erklärte Rhein. In der Gesellschaft erlebe man heutzutage oft Gegenteiliges. «Die Sprache wird rauer. Positionen werden rücksichtsloser und radikaler», sagte er und verwies auf einen neuen Nationalismus, Hass und Hetze sowie die Verächtlichmachung der Demokratie und ihrer Institutionen.

«Wir erleben politische Kräfte, die aus kruden Verschwörungstheorien, Aufwiegelung und Untergrabung der liberalen Demokratie ein parteipolitisches Geschäftsmodell gemacht haben», mahnte der Ministerpräsident. Nach seinen Worten sollten christliche Werte zum Kompass des täglichen Handelns werden. «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Wer sich selbst liebt, kann andere nicht hassen.» Diskriminierung und Ausgrenzung, Rassismus und Antisemitismus seien mit dem christlichen Menschenbild unvereinbar.