Modelle

Rom nicht an einem Tag erbaut - Petersdom aus Streichhölzern

Er baut weltberühmte Architektur. Sein Baustoff sind Streichhölzer und das Ergebnis gigantische Modelle.

Aus Streichhölzern den Petersdom gebaut. Foto: Oliver Pietschmann/dpa
Aus Streichhölzern den Petersdom gebaut.

Groß-Umstadt (dpa/lhe) - Petersdom, Big Ben, der Reichstag, Stephansdom: Der Bastler Franz Gruber hat ein eher ungewöhnliches Hobby. Er baut weltberühmte Gebäude in großen Modellen aus Zehntausenden Streichhölzern nach. Er habe in 84 Gebäuden bislang 1,7 Millionen Streichhölzer in 32.000 Arbeitsstunden verbaut, sagte der 79-Jährige, der bis zum 29. November zahlreiche seiner Werke in Groß-Umstadt (Kreis Darmstadt-Dieburg) am Markt ausstellt. Im Dezember beginnt im bayerischen Kleinostheim eine größere Ausstellung.

«Ich habe angefangen mit 17, weil ich Gelbsucht hatte und zu Hause bleiben musste», sagte er. Nach seinem Job als Vertriebsdirektor in einem Handelsunternehmen habe er dann wieder angefangen. Mittlerweile sei sein Keller und auch seine Sauna voll mit den Modellen. «Ich habe noch einen Platz über.»

Seine Bauwerke zeigt der in Babenhausen wohnende Gruber immer wieder in Ausstellungen. Seinen Angaben zufolge ist es die größte Sammlung in Europa. Der Transport der Gebäude ist immer wieder knifflig. «Die Angst ist immer vorhanden», sagt er über die zerbrechliche Fracht. «Natürlich sind sie zerbrechlich und empfindlich.» Seine Werke seien zumeist aus mehreren Teilen, die man auseinandernehmen könne.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Und wie geht das? Viele Gebäude kenne er und er schaue viele Dokumentationen. Will er ein Gebäude nachbauen, besorgt er sich einen maßstabsgetreuen Bastelbogen aus Pappe und rechnet den Maßstab für seine Gebäude um. Bei den Streichhölzern werden die Köpfe abgebrannt und dann verbaut er sie naturbelassen oder mit einem Bunsenbrenner auf dunkel getrimmt. Die Arbeitszeit für die Gebäude liege zwischen 300 und 1.350 Stunden je nach Gebäude. Für den Petersdom seien es 910 Stunden gewesen.