Messe

Schmähpreise für gefälschte Produkte auf Konsumgütermesse

Die Veranstalter hoffen auf einen Schub für die Konsumgüterbranche. Neben hochwertigen Originalprodukten werden auf der Messe traditionell auch Fälschungen an den Pranger gestellt.

Die Gegenwehr gegen Produktpiraten ist oft schwierig. Äußerlich kaum zu unterscheiden sind die zwei Plagiate (Mitte und rechts) einer Original-Zange (links) des Wuppertaler Herstellers Knipex. Foto: Micha Wolfson/Aktion Plagiarius e.V/dpa
Die Gegenwehr gegen Produktpiraten ist oft schwierig. Äußerlich kaum zu unterscheiden sind die zwei Plagiate (Mitte und rechts) einer Original-Zange (links) des Wuppertaler Herstellers Knipex.

Frankfurt/Main (dpa) - Der Handel mit gefälschten Produkten über Online-Plattformen wie Temu oder Shein beschäftigt auch die Frankfurter Konsumgütermesse Ambiente. Auf der Weltleitmesse für Konsumgüter wird neben mehreren Designpreisen auch der zum 49. Mal verliehene Schmähpreis «Plagiarius» vergeben. Dieser stellt hochwertigeren Originalprodukten besonders dreiste Fälschungen gegenüber.

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Negativpreis «Plagiarius» wird vergeben

Die «Plagiarius»-Jury beklagt den Boom des Handels mit abgekupferten Produkten über Plattformen wie Temu oder Shein. Diese wurden zuletzt auch von der EU-Kommission ins Visier genommen. Mehr als 85 Prozent der dort beworbenen Produkte verstoßen nach Meinung der Jury gegen EU-Sicherheitsstandards und EU-Vorschriften.

Schmähpreise für Fahrradkörbe, Mülleimer und Schraubendreher 

Am Beispiel einer Front- und Seitengreifzange (Twingrip) des Herstellers Knipex aus Wuppertal zeigt «Plagiarius», wie schwierig die Gegenwehr gegen Produktpiraten sein kann. So habe Knipex seine Rechte wahrgenommen und nachgemachte Produkte von der Temu-Seite nehmen lassen.

Nur wenig später konnten aber problemlos baugleiche und sogar dieselben Plagiate wieder auf der Plattform eingestellt werden. Weitere Schmähpreise gingen an Nachmacher von Fahrradkörben, Mülleimern, Schraubendrehern oder der Frontpartie eines Mercedes-Benz.

Aussteller aus 170 Ländern 

4.660 Aussteller aus 170 Ländern präsentieren bis nächsten Dienstag (11. Februar) Waren und Trends fürs Wohnen, Essen, Trinken, Kochen und Schenken. Ein Jahr zuvor waren es nach Angaben der Frankfurter Messegesellschaft noch 4.933 Aussteller.

Erneut wurde die klassische Frühjahrsmesse mit den Veranstaltungen Christmasworld (7.-11.2.) und Creativeworld (7.-10.2.) zusammengelegt. Diese hatten vor der Corona-Pandemie noch einen eigenständigen Termin.