Schweinestall-Brand in Riedstadt: Anklage erhoben
Bei dem Brand Ende Januar im Kreis Groß-Gerau starben rund 500 Schweine. Ermittler gehen nun davon aus, dass mindestens 200 Tiere schon vorher verendeten - wegen schlechter Zuständen auf dem Hof.
Riedstadt (dpa/lhe) - Nach dem Feuer in einem Schweinestall in Riedstadt Ende Januar hat die Staatsanwaltschaft Darmstadt Anklage wegen Brandstiftung und dem Verdacht der Tierwohlgefährdung vor dem Amtsgericht Groß-Gerau erhoben. Das bestätigte ein Sprecher der Behörde. Angeklagt ist demnach eine Person aus Riedstadt, die ständigen Zugang zum Schweinestall hatte. Zuvor hatte der Hessische Rundfunk (hr) zu dem Thema berichtet.
Bei dem Brand am 26. Januar waren rund 500 Schweine gestorben. In dem Stall in Riedstadt im Kreis Groß-Gerau waren insgesamt rund 900 Schweine gewesen.
Mindestens 200 Schweine wohl schon vorher verendet
Wie die Staatsanwaltschaft jetzt mitteilte, gehen die Ermittler davon aus, dass mindestens 200 der getöteten Schweine bereits zwischen Dezember 2025 und Ende Januar 2026 und somit vor dem Brand gestorben sind. Als Ursache nannte ein Sprecher der Behörde die schlechten Zustände auf dem Hof und eine mangelhafte Versorgung der Tiere. Hinweise auf eine Infektion der Schweine mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) habe man nicht gefunden, erklärte er.
Bereits wenige Tage nach dem Feuer hatte die Polizei gemeldet, dass es mutmaßlich durch Brandstiftung entstanden sei. Beamte hätten Spuren und Hinweise gefunden, «die den Verdacht auf vorsätzliche Brandstiftung als Brandursache» nahelegten, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft damals mit. Der Schaden beläuft sich nach früheren Schätzungen der Polizei auf mehrere hunderttausend Euro.