Sieben Jahre Haft wegen lebensgefährlicher Messerattacke
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Wegen einer lebensgefährlichen Messerattacke auf einen Drogenabhängigen im Frankfurter Bahnhofsviertel ist ein 44 Jahre alter Mann zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Im Unterschied zur Staatsanwaltschaft ging die Schwurgerichtskammer des Frankfurter Landgerichts am Freitag allerdings nicht von einem versuchten Tötungsdelikt, sondern lediglich von gefährlicher Körperverletzung aus. Der Verteidiger hatte einen Freispruch beantragt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Hintergrund der blutigen Attacke im September 2022, die das 41 Jahre alten Opfer nur durch eine Notoperation überlebte, war ein missratenes Drogengeschäft. Der Angeklagte versetzte seinem Kontrahenten mehrere Stiche in den Oberkörper und verfehlte dabei lebenswichtige Organe nur knapp. Als sich der Schwerverletzte zunächst noch auf den Beinen halten konnte und Passanten sogar um eine Crack-Pfeife bat, ließ der Angreifer von ihm ab und flüchtete. Die Richter sahen darin einen «strafbefreienden Rücktritt vom Tötungsversuch», wie es im Urteil hieß.
Der Angeklagte hatte sich zunächst nach Frankreich abgesetzt, wo er erst fünf Monate später aufgespürt und festgenommen werden konnte. In dem Prozess hatte er zu der Tat geschwiegen.