Städel wirbt Millionen ein - Vorbild USA-Museen
Als erstes deutsches Kunstmuseum startet das Frankfurter Städel eine sogenannte Endowment-Kampagne. Es geht ums Geld - und Unabhängigkeit.
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Um finanziell unabhängig zu bleiben, sammelt das Frankfurt Städel-Museum Geld. Dazu hat das Museum - nach eigenen Angaben als erstes deutsches Kunstmuseum - eine sogenannte Endowment-Kampagne gestartet. Vorbild sind US-amerikanischer Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen.
Seit seiner Gründung 1815 ist das Städel eine private, gemeinnützige Stiftung. «Unser Stiftungsvermögen besteht aus einer herausragenden Sammlung und einer ebenso prominenten wie kostenintensiven Immobilie. Das ist nicht wenig, aber es braucht ein dauerhaft stabiles Fundament an Kapital. Daran bauen wir jetzt», sagt Städel-Direktor Philipp Demandt in einem «FAZ»-Interview.
Aktuell kämen 15 Prozent des jährlichen Budgets von Stadt und Land - und 85 Prozent von bürgerschaftlichem Engagement. Dazu zählen auch Mittel von Stiftungen und Unternehmen. Allerdings werde der finanzielle Spagat immer größer.
Das Ziel: ein höherer Finanz-Grundstock
Die großen Museen in den USA besäßen schon lange Endowments, also Grundstockvermögen, sagte Demandt. «Solche Rücklagen werden sicher und hochprofessionell angelegt und leisten über ihre Erträge einen maßgeblichen Beitrag zum Überleben der Institutionen.»
Ziel sei es nun, das Städel-Grundstockvermögen auf mindestens 100 Millionen Euro zu erweitern. Die Zinsen und Dividenden sollen eine wichtige Finanzierungssäule werden.
Aktuelle Zuwendungen für den Grundstock kämen über Stiftungen, Privatpersonen und den Förderverein, erklärte Demandt. Über zehn Millionen Euro seien schon zusammengekommen. Es gebe auch Besucher, die das Haus künftig über Vermächtnisse unterstützen wollen.