Verschiedene Förderprogramme

Städte werben mit Prämien für autofreies Leben

Wer in Frankfurt am Main sein Auto verkauft, erhält ein Jahresabo für Bus und Bahn. Auch andere Städte wollen mit solchen oder ähnlichen Anreizen die Verkehrswende vorantreiben.

Rund 340 Bürgerinnen und Bürger von Frankfurt am Main haben sich bisher für den Verkauf ihres Autos entschieden und erhielten dafür eine Umweltprämie der Stadt. Julia Koenen ist eine von ihnen. Foto: Boris Roessler/dpa
Rund 340 Bürgerinnen und Bürger von Frankfurt am Main haben sich bisher für den Verkauf ihres Autos entschieden und erhielten dafür eine Umweltprämie der Stadt. Julia Koenen ist eine von ihnen.

Frankfurt/Main (dpa) - Mit einem Jahresabo für Bus und Bahn will die Stadt Frankfurt ihre Bürgerinnen und Bürger für ein Leben ohne eigenes Auto begeistern. Rund 340 Menschen hätten bis Ende Januar das Angebot angenommen, ihren Pkw abzuschaffen und dafür ein Deutschlandticket für ein Jahr als Prämie zu erhalten, teilt das Mobilitätsdezernat mit. 

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«Damit sind wir sehr zufrieden», sagt eine Sprecherin. Das Förderprogramm startete im Juli vergangenen Jahres. Missbrauchsfälle seien bisher keine bekannt. Die Wirkung der Prämie soll nach einem Jahr evaluiert werden. Eine halbe Million Euro Budget steht zur Verfügung. Die Stadt betont, es handele sich um eine kleinere Maßnahme eines größeren Gesamtplans, der unter anderem den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und der Carsharing-Möglichkeiten in der Stadt vorsehe.

Carsharing als Alternative

Julia Koenen nimmt daran teil, sie nutzt nun nur noch Straßenbahn, U-Bahn oder Regionalzug, um zur Arbeit zu kommen oder in der Freizeit mobil zu sein. «Ich vermisse nichts», sagt die 37-Jährige. «Ich brauche selten ein Auto und wenn, dann nehme ich meistens eines aus dem Carsharing.» Ihr Auto habe schon vor dem Verkauf meist in der Garage gestanden. 

Auch andere Städte haben schon solche oder ähnliche Prämien ausgelobt, Darmstadt in Südhessen etwa und die mittelhessische Stadt Marburg. Darmstadt stoppte das Programm nach mehr als einem Jahr und rund 200 abgemeldeten Autos. In Marburg ist der Haushalt für das Jahr 2025 noch nicht genehmigt, weshalb derzeit trotz großer Nachfrage keine Anträge für die Prämie angenommen werden.