Bundespräsident

Hoher Besuch im renovierten Heuss-Haus: Steinmeier zu Besuch

Nach dem Ende seiner Amtszeit als erster Bundespräsident lebte Theodor Heuss in einem Bungalow auf dem Stuttgarter Killesberg. In den vergangenen Jahren wurde das Haus renoviert. Nun ist es im Beisein eines Heuss-Nachfolgers im Amt wiedereröffnet worden.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (r) sieht sich bei einem Rundgang im Theodor-Heuss-Haus in Stuttgart zur Wiedereröffnung des Hauses die neu gestaltete Dauerausstellung an. Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (r) sieht sich bei einem Rundgang im Theodor-Heuss-Haus in Stuttgart zur Wiedereröffnung des Hauses die neu gestaltete Dauerausstellung an.

Stuttgart (dpa/lsw) - Rund zweieinhalb Jahre waren die Türen des Theodor-Heuss-Hauses in Stuttgart verschlossen, nun ist das ehemalige Wohnhaus des früheren Bundespräsidenten wiedereröffnet worden - standesgemäß von einem seiner Nachfolger im Amt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nahm sich am Montagmorgen eine Stunde Zeit, um durch das frisch renovierte Haus zu schlendern.

Heuss war von 1949 bis 1959 erster Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Sein ehemaliges Wohnhaus war seit November 2021 umgebaut und saniert worden. Heuss lebte darin von 1959 bis zu seinem Tod im Jahr 1963. Heute befindet sich der Bungalow im Besitz einer Stiftung.

Steinmeier sah sich vor allem die neue Dauerausstellung «Demokratie als Lebensform. Theodor Heuss und Elly Heuss-Knapp» sowie den neugestalteten Garten an.

Im Anschluss warnte er in einer Rede bei einem Festakt im Stuttgarter Rathaus vor einer wachsenden Gleichgültigkeit in der Gesellschaft und vor einem zunehmenden Einfluss antidemokratischer Positionen bis in die Mitte der Gesellschaft. Demokratie werde verantwortungslos als «System» bezeichnet, «Gleichschaltung» und «Unterdrückung» würden unterstellt, sagte Steinmeier und fügte hinzu: «Immer häufiger verschwindet neuerdings der demokratische Dialog hinter der Mauer von behaupteten Identitäten. Aber eine demokratische Gesellschaft kann nie ein Nebeneinander von abgeschotteten Identitäten sein.»

Zum Abschluss seines Besuchs kam Steinmeier in einer nichtöffentlichen Runde mit Schülerinnen und Schülern des Quenstedt-Gymnasiums aus Mössingen (Kreis Tübingen) zusammen. Ihr Lehrer hatte den Jugendlichen in einer Oberstufen-Klausur aufgegeben, Teile von Steinmeiers Grundsatzrede vom 28. Oktober vergangenen Jahres zu analysieren. Darin stellte das Staatsoberhaupt den russischen Angriff auf die Ukraine in den Mittelpunkt.