Riskant für Tiere und Netz

Störche nisten zunehmend in tödlicher Gefahr

Immer mehr Störche bauen ihre Nester auf Strommasten in Hessen. Das gefährdet nicht nur die Tiere selbst, sondern kann auch für Stromausfälle sorgen.

Störche wählen Hochspannungsmasten als Nistplatz und geraten so in Lebensgefahr. (Archivbild) Foto: Lando Hass/dpa
Störche wählen Hochspannungsmasten als Nistplatz und geraten so in Lebensgefahr. (Archivbild)

Kassel/Büttelborn (dpa/lhe) - Die Zahl der Störche in Hessen steigt stetig. Das birgt auch Probleme. Denn die Tiere bauen ihre Nester zunehmend auf Strommasten. «Besonders in Südhessen nisten sehr viele Störche auf Hochspannungsmasten», sagt der Ornithologe Bernd Petri. 

Das stelle eine erhebliche Gefahr für die Störche dar und führe zu Millionenschäden bei den Netzbetreibern, erklärte der Gutachter und ehrenamtliche Weißstorchexperte beim Naturschutzbund Hessen (Nabu). Die Störche kommen häufig durch Stromschläge oder Kollisionen zu Tode. Das Nistverhalten der Vögel kann zudem zu Stromausfällen führen, etwa wenn sich überhängendes Nistmaterial entzündet. 

Stromversorger: Maßnahmen bisher nur teilweise wirksam

Immer top informiert mit dem WNOZ-WhatsApp-Kanal!

Breaking News, spannende Hintergründe und Newsletter: Mit unserem WhatsApp-Kanal bleiben Sie stets über Weinheim, den Odenwald und die Metropolregion informiert.

Impressum

Die Netzbetreiber ergreifen deshalb Maßnahmen. Der Stromversorger Syna und die Avacon Netz GmbH etwa lassen die Nester außerhalb der Brut- und Setzzeit von den Masten entfernen, um die Gefahr brennender Nester und die Zahl der toten Störche zu reduzieren. 

Anschließend werden die Masten vergrämt. Dazu wird eine Art Ballon beziehungsweise Boje angebracht. So soll verhindert werden, dass die Vögel dort erneut landen oder Nester bauen können. Stattdessen wird versucht, den Störchen andere Nistplätze anzubieten. Bisher sind die Vergrämungen laut den Unternehmen aber nur teilweise wirksam.