Medizin

Studie für bessere postoperative Behandlung bei Herzschwäche

Herzschwäche stellt ein Risiko bei größeren chirurgischen Eingriffen dar, wird aber teils nicht vorab erkannt. Ein neues Versorgungsmodell der Uniklinik Gießen soll die Behandlung verbessern.

Ein Team aus Spezialisten aus Anästhesiologie, Kardiologie und Chirurgie des Uniklinikums Gießen leitet und koordiniert eine Studie zur besseren Behandlung für Herzschwäche-Patienten bei operativen Eingriffen. Foto: Christian Lademann/dpa
Ein Team aus Spezialisten aus Anästhesiologie, Kardiologie und Chirurgie des Uniklinikums Gießen leitet und koordiniert eine Studie zur besseren Behandlung für Herzschwäche-Patienten bei operativen Eingriffen.

Gießen (dpa/lhe) - Mit einem neuen Versorgungskonzept will die Universitätsklinik Gießen die Behandlung älterer Patienten mit Herzschwäche verbessern, die sich größeren Operationen unterziehen müssen. Dafür ist vor einiger Zeit eine Studie angelaufen, an der sich deutschlandweit noch vier weitere Universitätskliniken beteiligen, und die in Gießen koordiniert wird. Sie zielt darauf ab, die Lebensqualität betroffener Patientinnen und Patienten zu verbessern und die Risiken für postoperative Komplikationen zu senken. 

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Vier weitere Universitätskliniken aus Berlin, Würzburg, Rostock und Hamburg beteiligen sich an dem Projekt. Foto: Christian Lademann/dpa
Vier weitere Universitätskliniken aus Berlin, Würzburg, Rostock und Hamburg beteiligen sich an dem Projekt.

Mit steigendem Lebensalter trete die Herzinsuffizienz oder Herzschwäche häufiger auf. Weil sie oft symptomarm verläuft, werde sie in vielen Fällen nicht oder nur unzureichend erkannt, erläuterten Michael Sander und Birgit Aßmus, die die Studie des Zentrums an der Justus-Liebig-Universität leiten. 

Spezialsprechstunde für Risikopatienten

Patientinnen und Patienten ab 65 Jahren mit einem erhöhten Risikofaktor für Komplikationen nach chirurgischen Eingriffen werden dabei zunächst über einen Biomarker für die Herzschwäche (NT-pro-BNP-Wert) identifiziert. In einer Spezialsprechstunde durchlaufen sie das Herz betreffende Untersuchungen und Risikoeinschätzungen. Hinzu kommen interdisziplinäre Fallbesprechungen, an denen Mediziner der Bereiche Anästhesiologie, Kardiologie und Chirurgie ebenso teilnehmen wie niedergelassene Ärzte. 

Mit dem neuen Versorgungskonzept will die Universitätsklinik Gießen die Behandlung älterer Patienten mit Herzschwäche verbessern. Foto: Christian Lademann/dpa
Mit dem neuen Versorgungskonzept will die Universitätsklinik Gießen die Behandlung älterer Patienten mit Herzschwäche verbessern.

Zudem wird ein spezielles Monitoring eingesetzt, um vor, während und nach der Operation mögliche Komplikationen frühzeitig erkennen und behandeln zu können. Die im Zuge der Patientenbetreuung gewonnenen Informationen sollten auch an die Hausärzte weitergegeben werden und so auch die Weiterbehandlung der Patienten verbessern. 

4,5 Millionen Euro Fördermittel 

Das Projekt, das mit personellem Mehraufwand verbunden ist, wird über den Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschuss mit rund 4,5 Millionen Euro gefördert. Über eine Zusammenarbeit mit der Barmer Krankenkasse soll das Vorhaben auch gesundheitsökonomisch ausgewertet werden. 

Es soll ein spezielles Monitoring eingesetzt werden. Foto: Christian Lademann/dpa
Es soll ein spezielles Monitoring eingesetzt werden.

Ziel sei auch, zu prüfen, ob die neue Versorgungsform für das Gesundheitswesen in Deutschland insgesamt von Vorteil sein kann, wie Sander sagte - etwa dadurch, dass Patientinnen und Patienten weniger lang auf Intensivstationen behandelt werden müssen, kürzer im Krankenhaus verweilen müssen und andere Behandlungskosten aufgrund von Komplikationen vermieden werden können.