"Jetzt wird es bizarr"

Stuttgart: Gewerkschaft übt scharfe Kritik an Veranstaltern wegen AfD-Stand bei Bildungsmesse

Die Gewerkschaft ver.di hat scharfe Kritik am Stand der AfD auf der Bildungsmesse Didacta geäußert - und sich auch an die Veranstalter gewandt. "Jetzt wird es bizarr", hieß es in einer Mitteilung.

Ver.di will sich "demokratischen Protest" bei der Didacta nicht verbieten lassen (Symbolbild). Foto: DPA
Ver.di will sich "demokratischen Protest" bei der Didacta nicht verbieten lassen (Symbolbild).

Stuttgart. Die Gewerkschaft ver.di übt scharfe Kritik am AfD-Stand auf der Bildungsmesse Didacta in Stuttgart. Die Gewerkschaft appelliert an die Ministerinnen Theresa Schopper und Nicole Hoffmeister-Kraut, sich für eine Didacta mit dem Motto „Demokratie braucht Bildung, Bildung braucht Demokratie“ einzusetzen, hieß es in einer Mitteilung.

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Die Messe habe trotz vielfacher Aufforderungen im Vorfeld nichts unternommen, um den AfD-Stand auf der Bildungsmesse zu verhindern. Nun würden die Organisationen und Gewerkschaften, die den daraufhin angekündigten Protest organisieren, unter Druck gesetzt. Am Mittwochabend habe der Geschäftsführer der Messe - begleitet von Polizei und Feuerwehr - die Gewerkschafter am ver.di-Stand aufgerufen, dafür zu sorgen, dass weniger Protestierende zur Didacta kommen.

Stellvertretende ver.di-Landesbezirksleiterin Hanna Binder teilte mit: „Jetzt wird es bizarr: Die Feinde der demokratischen Bildungsarbeit bekommen einen Stand genehmigt. Demokratinnen und Demokraten, die kreativ für Toleranz, Weltoffenheit und Vielfalt demonstrieren, sollen draußen bleiben." Ver.di und andere Organisationen würden unter Druck gesetzt, die friedlichen Proteste zurückzufahren. Es sei Zeit, dass die Messe von der Landespolitik zur Ordnung gerufen wird. Die Gewerkschaft lasse sich demokratischen Protest nicht verbieten.

Kultusministerin Theresa Schopper habe bei der Eröffnung der Messe betont, Lehrkräfte müssten für die Demokratie einstehen, Lehrkräfte bräuchten demokratische Grundsätze. Dazu sagte Binder: „Die Kultusministerin muss jetzt zu ihrem eigenen Wort stehen und sich eindeutig für die demokratischen Kräfte auf der Messe positionieren.“

Etwa 100 Menschen hatten nach Medienberichten bereits bei der Eröffnung der Messe am Dienstag gegen den Stand der AfD protestiert. Ver.di Baden-Württemberg ist auch bei der diesjährigen Didacta mit einem eigenen Stand vertreten. (dls)