Bratschistin

Tabea Zimmermann wünscht sich beim Unterrichten offene Türen

Die Bratschistin Tabea Zimmermann. Foto: Rui Camilo/EvS Musikstiftung/dpa/Archivbild
Die Bratschistin Tabea Zimmermann.

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Die Bratschistin Tabea Zimmermann (56) will nicht nur Stars, sondern auch Teamplayer ausbilden. «Ich finde die Fokussierung auf die reine Solistenausbilung nicht mehr zeitgemäß», sagte die Musikerin, die nach 20 Jahren als Dozentin an die Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst zurückgekehrt ist. Seit dem Sommersemester 2023 hat sie an Hessens einziger Musikhochschule eine Professur für Viola und Kammermusik. «Die Kombination ist mir wichtig.»

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In ihrem Unterricht will sie «die Lehrer-Schüler-Hierarchie aufbrechen», wie sie sagte. Sie wolle viel mit den Studierenden gemeinsam spielen und dabei versuchen, «das Lehrer-Sein ein bisschen hinten anzustellen».

Was ihr ebenso missfällt, ist, «dass hochbezahlte Dozenten ihr Wissen mit so Wenigen teilen». Viele Kollegen vestünden den Unterricht als privaten, geschützen Raum, niemand dürfe zuhören, die Türen blieben geschlossen. Sie habe ein anderes Verständnis: «Ich habe nicht den Wunsch, mein Wissen für mich zu behalten.» Sie wolle, dass so viele junge Menschen wie möglich von dem Austausch mit ihr und untereinander profitieren. «Das Thema Macht und Machtmissbrauch wäre viel kleiner, wenn mehr Türen offen stünden.»