Taxifahrer bestreitet Vergewaltigung von Fahrgast
Beim Prozessauftakt räumt der Angeklagte den Geschlechtsverkehr ein, bestreitet aber eine Vergewaltigung. Was die Staatsanwaltschaft über die Fahrt und den Zustand der Frau vorträgt.
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Ein Taxifahrer hat beim Prozessauftakt im Frankfurter Landgericht bestritten, einen weiblichen Fahrgast vergewaltigt zu haben. Zwar habe sein Mandant mit der Frau Geschlechtsverkehr gehabt, dieser sei jedoch nicht gegen deren «erkennbaren Willen» erfolgt, sagte der Rechtsanwalt des 41-Jährigen in einer kurzen Erklärung. Der Angeklagte werde ansonsten zu den Vorwürfen aus der Anklage keine Angaben machen.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, bei der Tat in der Nacht zum 1. Oktober 2023 in Frankfurt bewusst die wehrlose Lage der Frau ausgenutzt zu haben. Diese hatte via App ein Taxi bestellt, das sie von Sachsenhausen in den Stadtteil Eckenheim fahren sollte. Sie soll stark betrunken gewesen sein, zudem fanden sich später bei der Untersuchung geringe Mengen an K.-o.-Tropfen in ihrem Blut. In diesem Zustand habe sie sich auf die Rückbank des Taxis gelegt, hieß es weiter in der Anklage.
Frau im Dämmerzustand
An einem bislang unbekannten Ort soll der Angeklagte angehalten, sich zu der Frau auf der Rückbank begeben und diese vergewaltigt haben. Die Frau habe sich dabei «in wehrlosem Dämmerzustand befunden», las die Staatsanwältin die Anklage vor. Nach dem Geschlechtsverkehr soll er weitergefahren sein.
Laut Auskunft des nicht vorbestraften Angeklagten stellte ihn das Unternehmen, für das er früher hauptberuflich tätig war, nach Bekanntwerden der Vorwürfe frei. Seinen Job als Taxifahrer habe er damals nur nebenberuflich betrieben, er sei nun weiterhin sporadisch im Einsatz.
Nach der bisherigen Planung will die Strafkammer im Januar ihr Urteil verkünden. Die mutmaßlich vergewaltigte Frau tritt in dem Prozess als Nebenklägerin auf.