Tierschutzbund kritisiert Einsatz von Polizeipferden
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Der Deutsche Tierschutzbund hat den Einsatz von Polizeipferden in Menschenmengen und lauten Umgebungen kritisiert. Die Reiterstaffel sollte nur in Ausnahmefällen in der Stadt arbeiten, teilte die Sprecherin des Dachverbands, Lea Schmitz, auf dpa-Anfrage mit. «Auf keinen Fall sollte ein Pferd mehrere Tage hintereinander im Innenstadtbereich zum Einsatz kommen», sagte sie.
Derzeit gibt es 16 Pferde in der hessischen Polizeireiterstaffel, wie eine Sprecherin der Bereitschaftspolizei am Freitag mitteilte. Demnach werden die Tiere unter anderem für Streifengänge in Parks und die Vermisstenfahndung, aber auch bei Konzerten, Demonstrationen oder Bundesligaspielen eingesetzt.
Gerade hier sieht der Tierschutzbund ein Problem. «Bei Veranstaltungen mit extrem hohem Geräuschpegel sollte auf den Einsatz von Pferden generell verzichtet werden», forderte die Sprecherin. Pferde hätten ein sehr empfindliches Gehör. «Aus diesem Grund sollte keinem Pferd der Einsatz mitten in einem Festival zugemutet werden.» Nach Ansicht das Tierschutzbundes sollten Polizeipferde vor allem in schwer befahrbaren bewaldeten Gebieten und Grünanlagen zum Einsatz kommen.
Die Ausbildungsleiterin der Reiterstaffel, Christine Henniger, erwiderte: «Sie haben zwar ein empfindliches Gehör, aber mit entsprechendem Training bekommen sie keine Panik mehr.» Ihren Angaben zufolge werde sehr auf das Wohl der Tiere geachtet - beispielsweise auf genügend Auslauf und Pflege. Zudem sei vor einigen Jahren auch eine Tierschutzbeauftragte vor Ort gewesen, habe die Bedingungen begutachtet und festgestellt, dass «die Pferde bei uns auch einfach Pferde sein können», so die Ausbildungsleiterin.