Mordverdacht

Tötung einer 55-Jährigen: Anklage gegen Vermieter erhoben

Nach dem Leichenfund einer Frau in Lauterbach-Wernges wirft die Staatsanwaltschaft dem Vermieter und seiner Lebensgefährtin Mord vor. Vor allem Chatnachrichten auf einem Handy liefern Hinweise.

Mitte dieses Jahres waren die sterblichen Überreste einer 55-Jährigen in Lauterbach-Wernges aufgefunden worden. Ein 58-Jähriger und seine 43 Jahre alte Lebensgefährtin stehen nun im Fokus der Ermittlungen. (Symbolbild) Foto: Patrick Seeger/dpa
Mitte dieses Jahres waren die sterblichen Überreste einer 55-Jährigen in Lauterbach-Wernges aufgefunden worden. Ein 58-Jähriger und seine 43 Jahre alte Lebensgefährtin stehen nun im Fokus der Ermittlungen. (Symbolbild)

Gießen (dpa/lhe) - Nach der Tötung einer 55-Jährigen in Lauterbach-Wernges hat die Staatsanwaltschaft Gießen nun Anklage gegen ihren 58 Jahre alten Vermieter und seine 43 Jahre alte Lebensgefährtin erhoben. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, werden ihnen gefährliche Körperverletzung und Mord angelastet. 

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Die beiden Angeklagten, die mit der Frau in einem Haus wohnten, sollen sie seit Ende November 2023 mehrfach körperlich misshandelt und schließlich Anfang dieses Jahres getötet haben. Anschließend soll der Angeklagte den Leichnam zerteilt und zunächst im Keller des Hauses aufbewahrt haben. Teile des Leichnams wurden zudem in ein nahegelegenes Waldstück gebracht. Die sterblichen Überreste konnten bei einer Durchsuchung Anfang Juli aufgefunden werden. 

Die Staatsanwaltschaft Gießen geht davon aus, dass die 55-Jährige getötet wurde, um die vorangegangenen Straftaten zu verdecken. Darauf sollen knapp 22.000 Chatnachrichten auf dem Mobiltelefon der Angeklagten hinweisen, die bei den Ermittlungen ausgewertet wurden. 

Ermittlungsverfahren in weiteren Fällen eingeleitet

Die Anklageschrift umfasst laut Staatsanwaltschaft 109 Seiten, zudem werden 90 Zeugen und sechs Sachverständige aufgeführt. Die beiden deutschen Angeklagten bestreiten, für den Tod der Frau verantwortlich zu sein. Diese litt seit ihrer Geburt am Down-Syndrom. 

Die Angeklagten vermieteten laut Polizei und Staatsanwaltschaft seit Ende 2015 an insgesamt 26 Mieter. Dabei soll es ebenfalls zu Körperverletzungen, Bedrohungen und Beleidigungen gekommen sein. Entsprechende Ermittlungsverfahren wurden demnach eingeleitet.