Fußball-Bundesliga

«Turbulente Tage» - Hoeneß vermisst Ruhe vor Köln-Spiel

VfB-Coach Hoeneß ist erleichtert. Das große Transfer-Hickhack ist vor einer anspruchsvollen Woche beendet. Das Heimspiel gegen Köln gewinnt nach dem vermurksten Bundesliga-Start an Relevanz.

Sebastian Hoeneß freut sich, dass die Transferperiode zu Ende ist. (Archivbild) Foto: Sven Hoppe/dpa
Sebastian Hoeneß freut sich, dass die Transferperiode zu Ende ist. (Archivbild)

Stuttgart (dpa) - Die Unruhe beim VfB Stuttgart vor dem wichtigen Heimauftakt hat Trainer Sebastian Hoeneß gar nicht gefallen. Das werde gefühlt mehr in den vergangenen Jahren, sagte er über das Hin und Her beim möglichen Abschied von Leistungsträgern. Es seien «turbulente Tage» gewesen und «einfach unruhig». Es sei wichtig, dass jetzt Ruhe in den Verein komme, forderte der 44-Jährige vor dem Freitagsspiel der Fußball-Bundesliga gegen den 1. FC Köln (20.30 Uhr/Sky). 

«Das war jetzt in den letzten Tagen nicht ganz so einfach für uns, für die Mannschaft», berichtete Hoeneß. «Wir müssen schauen, dass wir jetzt wieder den Blick nach vorne richten und die entscheidenden Dinge in den Fokus bekommen.»

VfB vor anspruchsvoller Woche

Die Ergebnisse zählen. Und nach der 1:5-Watschn beim FC Bayern im Bundesliga-Eröffnungsspiel startet der VfB gleich in eine wichtige und anspruchsvolle Woche. Gegen die Kölner gilt es, den schlechtesten Start seit der Abstiegs-Spielzeit 2018/19 zu vermeiden. «Wenn man so will, geht es für uns jetzt richtig los», sagte Hoeneß angesichts der übermächtigen Bayern.

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Am Mittwoch beginnt für die Schwaben dann schon die Champions League gegen den norwegischen Königsklassen-Außenseiter Viking Stavanger. Es wird gleich ein Auftritt, in dem ein Sieg erwartet wird, bevor am Samstag in einer Woche das Gastspiel beim Europa-League-Teilnehmer TSG Hoffenheim ansteht. 

Um einen möglichen Abschied von Jamie Leweling hatte es Spekulationen gegeben. Doch der Nationalspieler blieb. Foto: Marijan Murat/dpa
Um einen möglichen Abschied von Jamie Leweling hatte es Spekulationen gegeben. Doch der Nationalspieler blieb.

Da wird vorangehendes Wechsel-Theater zum Störfaktor. Insbesondere um einen möglichen Transfer von Nationalspieler Jamie Leweling hatte sich in den vergangenen Tagen ein Hickhack entwickelt. Geht der Flügelspieler zum AS Rom oder zum FC Everton? Oder doch nicht? Am Ende blieb Leweling - genauso wie die als Abgänge gehandelten Josha Vagnoman und Bilal El Khannouss. Ein Jahr nach dem Verlust von Nationalstürmer Nick Woltemade, den Hoeneß kritisiert hatte, muss der Coach stattdessen überraschend den Weggang von Chema Andrés verkraften. 

Was Wohlgemuth zu den Transfers sagt

Den Abschied des defensiven Mittelfeldspielers am späten Dienstagabend zum Premier-League-Club Brighton & Hove Albion wollte Hoeneß nicht bewerten. Er sagte aber: «Wir werden ihn definitiv vermissen. In vielerlei Hinsicht wird er uns fehlen.»

Doch es verließ kein Leistungsträger im Endspurt der Transferperiode noch den VfB. Dementsprechend zufrieden äußerte sich der Sportvorstand. «Im Unterschied zu den vergangenen Jahren ist es uns gelungen, mehr Qualität im Kader zu halten und gleichzeitig gezielt Verstärkungen vorzunehmen», sagte Fabian Wohlgemuth der Deutschen Presse-Agentur.

Für die Belastung in drei Wettbewerben sieht Wohlgemuth den Verein «sehr gut» aufgestellt. «Dass die Transferperiode bei den Einnahmen nicht die gleiche Dynamik entwickelt hat wie in den Vorjahren, ist dabei auch ein Zeichen unserer sportlichen Entwicklung», meinte er. «Wenn Spieler hier sportlich hervorragende Perspektiven sehen, ist die Bereitschaft entsprechend größer, sich für den VfB und gegen ein möglicherweise wirtschaftlich attraktiveres externes Angebot zu entscheiden.» 

Hoeneß: «Zufrieden» mit Neuzugängen

Hoeneß zeigte sich in der Bewertung des Kaders «sehr zufrieden» mit den Zugängen. Stürmer Dzenan Pejcinovic ist auch für das Köln-Spiel ein Startelf-Kandidat. Offensivkollege Leo Sauer wird nach seinem verletzungsbedingten Trainingsrückstand erstmals im Kader stehen. Und Mittelfeldspieler Grischa Prömel, der Ex-Kapitän Atakan Karazor in der Startelf verdrängte, rückte hinter Deniz Undav direkt zum Vizekapitän auf, und wird gegen Köln gefragt sein.

Die Kölner reisen mit dem Schwung des Auftaktsiegs gegen die TSG 1899 Hoffenheim nach Stuttgart. «Das wird eine Aufgabe», meinte Hoeneß. Und freut sich, dass die Transferperiode vorbei ist.