Zahlen des RMV

Überlastete Schienen: Pünktlichkeit von Zügen sinkt weiter

Pendlerfrust: Im Rhein-Main-Gebiet gibt es mehr Verspätungen im regionalen Zugverkehr. Doch der RMV hat auch gute Nachrichten.

Wie viele Züge fielen aus, wie viele kamen pünktlich an? Der RMV hat Zahlen vorgelegt. (Archivbild) Foto: Andreas Arnold/dpa
Wie viele Züge fielen aus, wie viele kamen pünktlich an? Der RMV hat Zahlen vorgelegt. (Archivbild)

Hofheim (dpa/lhe) - Die Bahnen in Rhein-Main sind im ersten Halbjahr unpünktlicher gewesen als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Der Anteil pünktlicher S-Bahnen sank auf 85 Prozent, im ersten Halbjahr 2025 waren es noch 86,4 Prozent, wie der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) auf Anfrage mitteilt. Bei den Regionalbahnen fiel der Anteil demnach von 87,8 auf 84,1 Prozent.

Als unpünktlich werden alle Bahnen gezählt, die mindestens sechs Minuten zu spät an ihrem Ziel eintreffen. Bis zu diesem Zeitpunkt gelten Züge als pünktlich.

Zu den Gründen für Verspätungen verwies der RMV vor allem auf die sogenannte Zugfolge, das bedeutet, dass Bahnen auf vorausfahrende, entgegenkommende oder kreuzende Züge warten müssen. Hinzu kamen technische Störungen, Unwetter und Notarzteinsätze.

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S8 und S9 erneut im Fokus

Die unpünktlichsten S-Bahnen bleiben die Linien S8 und S9. Sie fahren lange Wege und passieren mehrere hoch ausgelastete Streckenabschnitte, wie der RMV mitteilt. Auch die umfangreichen Bauarbeiten im Knoten Mainz und auf den angrenzenden Strecken haben ihren Effekt.

Besser als im Vorjahreszeitraum sehen dagegen die Werte bei der Zuverlässigkeit aus, die angeben, wie viele im Fahrplan angekündigte Bahnen tatsächlich fahren. Dieser Anteil habe sich trotz der vielen Baustellen deutlich erhöht, bei der S-Bahn von 90,4 auf 93,6 Prozent, erklärte der RMV. Bei den Regionalzügen stieg der Anteil von 95,5 auf 96,0 Prozent.

Weniger Personalausfall

Die Eisenbahnunternehmen, die die Fahrten durchführen, hätten Fälle von fehlendem Personal deutlich reduziert, erklärte der RMV zu der positiven Entwicklung: «Der Anteil personalbedingter Gründe an den Ausfällen insgesamt sank bei der S-Bahn von 13,2 auf 3,4 Prozent, bei den Regionalzügen von 12,0 auf 5,0 Prozent.»

Die weit dominierende Ursache für ausfallende Züge waren den Angaben zufolge im ersten Halbjahr Bauarbeiten. In beiden Halbjahren 2025 und 2026 sei dadurch mehr als jeder zweiter Ausfall zustande gekommen. «Hierbei handelt es sich jedoch fast ausnahmslos um geplante Maßnahmen mit Busersatzverkehren», wie ein Sprecher mitteilt. Weitere Ursachen waren technische Störungen an der Infrastruktur oder Personen, die sich im Gleisbereich aufhielten.