Freizeit

Wandern im Trend: Viele Veranstaltungen zum Tag des Wanderns

Frische Luft, Bewegung und schöne Natur - Wandern erfreut sich weithin großer Beliebtheit. Der Deutsche Wanderverband sieht aber auch Baustellen.

Familien wandern am 1. Mai im Sonnenschein zu einem Frühlingsfest. Foto: Thomas Warnack/dpa
Familien wandern am 1. Mai im Sonnenschein zu einem Frühlingsfest.

Frankfurt am Main/Kassel (dpa/lhe) - Mit dem Weinglas, einem Hund oder gleich 24 Stunden lang: Das Wandern boomt - auch in Hessen. Zum Tag des Wanderns am 14. Mai bieten viele Vereine und Initiativen zahlreiche Veranstaltungen im ganzen Land an: Ob Schul-, Feierabend-, Sonnenuntergangs- oder Hundewanderung, vom Mutter-Kind-Wandern im Wald im osthessischen Eichenzell bis zur zehn Kilometer langen Wanderung durch den Frankfurter Norden ist für viele Interessenten etwas dabei. Deutschlandweit laden rund 350 Veranstaltungen zum Wandern ein.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Wanderregionen und -wege gibt es einige in Hessen: Laut des deutschen Wanderverbands zählen zu den beliebtesten die Region Edersee, die mit dem Merkmal «Qualitätsregion Wanderbares Deutschland» ausgezeichnet ist. Beliebte längere und kürzere Wege sind unter anderem: der Limeserlebnisweg, der Rheingauer Klostersteig, der Lahnwanderweg, der Katharinenweg in Bad Hersfeld oder die Römerpfade im Odenwald.

Jens Kuhr vom Deutschen Wanderverband in Kassel sieht den Trend Wandern ungebrochen: «Einen riesigen Boom gab es mit Corona. Den Trend konnten wir bis heute auch ein Stück weit mitnehmen.» Grund sei auch ein Imagewechsel des Wanderns: «Also weg von Knickerbocker und einem etwas miefigen Image und hin zu Sport, Natur erleben, etwas für die Gesundheit tun», sagte Kuhr der Deutschen Presse-Agentur. Das locke auch vermehrt jüngere Altersgruppen auf die Wanderwege in Deutschland. Astrid Lünse vom Wanderverband Hessen weist zwar auf sinkende Mitgliederzahlen hin, sieht aber eine wachsende Beliebtheit des Wanderns: «Das Interesse am Wandern ist gestiegen, aber leider wollen die meisten nicht verbindlich im Verein sein.»

Wechselnde Angebote sollen deshalb auch für Zuwächse in den Vereinen und Verbänden sorgen. «Neue Trends sind außergewöhnliche Wandertouren wie Extremwanderungen, 24-Stunden-Wanderungen, Nachtwanderungen, Familienwanderungen», erläutert Astrid Lünse. Besonders beliebt seien aktuell kulinarische Wanderungen, bei denen auch mal ein Glas Wein und Käse gereicht werde, heißt es vom Deutschen Wanderverband.

Das Wandern sieht Kuhr auch als Gegenpol zu Social Media: «Bei der ganzen Technik im Arbeitsleben, Sozialen Medien und so ist das Wandern eben eine Möglichkeit, für Ausgleich zu sorgen - wirklich Detoxing vom Arbeits- und Internetleben oder Social-Media-Leben zu betreiben.» Wobei allerdings auch Online-Touren-Plattformen zur Planung und mit ihrem Kartenmaterial zunehmend wichtiger würden, «aber wir stellen eben auch immer noch fest, dass bei aller Bedeutung von digitalen Medien so eine plumpe Wanderkarte aus Papier für viele Leute immer noch sehr, sehr bedeutsam ist für die Orientierung unterwegs».

Doch es gebe auch noch einiges zu tun: «Also es wird eine Baustelle für die Zukunft sein, das angesichts des boomenden Wandertourismus eben auch mehr los sein wird.» Konflikte mit dem Naturschutz seien nicht ausgeschlossen, erklärte Kuhr. Dort müsse mehr vermittelt und zunehmend auf die Lenkung von Besucherströmen geachtet werden.

«Und das ist was, was eben auch wichtig ist: Die Leute wollen mehr Qualität, und zwar nicht nur unbedingt allein, was den Wanderweg angeht, sondern auch das Ganze drumherum.» Das heißt: Der öffentliche Personennahverkehr sollte möglichst gut angebunden sein, «dass man vernünftig zum Startpunkt und vom Endpunkt einer Wanderung wieder zurückkommt, ohne so viel CO₂ in die Atmosphäre zu schießen.» Wandern sei die umweltschonendste und klimaschonendste Natursportart, die man sich vorstellen könne. «Ein Ziel wäre es eben, dass möglichst noch mehr Wanderdestinationen den ÖPNV so einsetzen oder so organisieren, dass das Hand in Hand geht.»