Luftqualität

Warum es weniger Ozonspitzen in Hessen gibt

In Hessen werden potenziell gesundheitsbelastende Spitzenwerte bei Ozon seltener erreicht. Doch die jährlichen Durchschnittswerte bleiben trotzdem konstant – oder steigen sogar an.

Ozon reizt die Atemwege - bei sehr hohen Werten wird beispielsweise von Sport im Freien abgeraten. (Symbolbild) Foto: Annette Riedl/dpa
Ozon reizt die Atemwege - bei sehr hohen Werten wird beispielsweise von Sport im Freien abgeraten. (Symbolbild)

Wiesbaden (dpa/lhe) - Heiße Sommertage wie derzeit haben in der Vergangenheit häufig auch sehr hohe Ozonspitzenwerte mit sich gebracht - doch dies scheint sich mittlerweile geändert zu haben. Die Informationsschwelle für Ozon von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft werde im Vergleich zu Anfang der 2000er-Jahre und auch davor in Hessen deutlich seltener überschritten, erklärte Florian Ditas vom Luftmessnetz des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. «Mit anderen Worten: es werden deutlich seltener Spitzenwerte erreicht.» 

Zugleich sei allerdings zu beobachten, dass die mittlere Ozonkonzentration, die den Jahresmittelwerten entspricht, eher konstant bleibe beziehungsweise leicht ansteige. Neben dem selteneren Auftreten der Spitzenwerte seien auch geringe Ozonkonzentrationen seltener geworden - und mittelhohe stattdessen häufiger. 

Bodennahes Ozon wird nicht direkt emittiert, sondern entsteht bei intensiver Sonneneinstrahlung durch komplexe chemische Reaktionen aus Vorläufergasen. Dabei spielen flüchtige organische Verbindungen wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide (NOx), Strahlungsintensität und Temperatur eine Rolle. Der Rückgang der Spitzenwerte sei vermutlich auf eine geringere Konzentration von diesen Vorläufergasen zurückzuführen, erklärte der Experte. So seien dank einer saubereren Fahrzeugflotte die Stickoxidwerte in der Luft in den vergangenen Jahren gesunken. 

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Laut einer EU-Richtlinie soll ab 2030 die Ozonkonzentration nicht öfter als 18 Mal pro Jahr die Schwelle von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter (im Acht-Stunden-Mittelwert eines Tages) überschreiten, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Dieses Ziel konnte im Jahr 2024 an der Hälfte der hessischen Messstationen nicht eingehalten werden, heißt es im Lufthygienischen Jahresbericht des HLNUG. Ab einem Stundenmittelwert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter muss die Bevölkerung informiert werden. Ozon reizt die Atemwege. Bei sehr hohen Ozonwerten wird etwa von Sport im Freien abgeraten.