Tarife

Was Pendler zu den Nahverkehr-Warnstreiks wissen sollten

In mehreren hessischen Städten kommt es erneut zu Warnstreiks im Nahverkehr. Welche Linien betroffen sind und wo Alternativen bereitstehen, erfahren Pendler hier.

Wegen eines weiteren Warnstreikaufrufs der Gewerkschaft Verdi dürften U- und Straßenbahnen in Frankfurt am Freitag und Samstag stillstehen. (Archivbild) Foto: Andreas Arnold/dpa
Wegen eines weiteren Warnstreikaufrufs der Gewerkschaft Verdi dürften U- und Straßenbahnen in Frankfurt am Freitag und Samstag stillstehen. (Archivbild)

Frankfurt/Wiesbaden/Kassel/Offenbach (dpa/lhe) - Pendler und andere Fahrgäste müssen erneut wegen Warnstreiks in mehreren Städten Hessens Einschränkungen im Nahverkehr in Kauf nehmen. Betroffen von dem fast überall für Freitag und Samstag geltenden Aufruf der Gewerkschaft Verdi zu Arbeitsniederlegungen sind Verkehrsbetriebe in Frankfurt, Kassel, Wiesbaden, Gießen und Marburg und erstmals auch in Offenbach - doch nicht überall sollen die Auswirkungen zu spüren sein. 

WNOZ WhatsApp-Kanal

Die Weinheimer Nachrichten und Odenwälder Zeitung auf WhatsApp! Aktuelle Nachrichten aus deiner Region. Die Top-Themen jeden Mittag frisch auf dem WhatsApp-Kanal.

Impressum

Die Offenbacher Verkehrsbetriebe werden zudem laut Verdi nur Freitag bestreikt, alle anderen an beiden Tagen. Das sollten die Pendler zu den Einschränkungen wissen: 

In Frankfurt dürfte durch den Warnstreik ab Betriebsbeginn am Freitag bis Betriebsende am Samstag beziehungsweise in der Nacht auf Sonntag wieder auf allen neun U-Bahn-Linien und zehn Straßenbahn-Linien Stillstand herrschen. 

Als Ausweichmöglichkeit stehen hier wieder S-Bahnen, Regionalzüge, städtische Buslinien sowie Regionalbusse zur Verfügung, wie die Lokale Nahverkehrsgesellschaft traffiQ mitgeteilt hatte. Die Fahrgäste sollten wieder kurz vor Fahrtantritt aktuelle Informationen einholen - über Radiosender, das Servicetelefon des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), im Internet sowie in den sozialen Netzwerken. 

Einige Buslinien in Wiesbaden nicht betroffen 

In Wiesbaden fallen nach Angaben auf der Homepage von Eswe Verkehr wieder die Busse auf den meisten Linien aus - mit Ausnahme der Linien 5, 28, 39 und 46, die von Partnerunternehmen betrieben werden, sowie die Regionalbusse. Es könne aber auch hier zu Einschränkungen kommen, so das Unternehmen. Auch das an anderen Tagen auf Abruf verfügbare «Wi Mobil» sei vom Warnstreik betroffen. 

Keine Einschränkungen in Gießen und Marburg erwartet

Dagegen dürften die Pendler auch während des Warnstreiks im Busverkehr in Gießen und Marburg kaum Probleme haben. Für den Linienverkehr in Gießen rechnete die Nahverkehrstochter der Stadtwerke Gießen Mit.Bus nicht mit Auswirkungen des Warnstreikaufrufs. 

Auch die Stadtwerke Marburg erklärten, dass nicht mit warnstreikbedingten Auswirkungen im Stadtverkehr an den beiden Tagen zu rechnen sei. In beiden mittelhessischen Städten gelten unterschiedliche Tarifverträge für das Fahrpersonal, sodass weniger Beschäftigte in den Verdi-Warnstreikaufruf einbezogen sind. 

Stadtbusse in Offenbach sollen nach Plan fahren

Ähnlich ist die Situation in Offenbach. Da es in dem laufenden Tarifkonflikt um den Tarifvertrag Nahverkehr (TV-N) gehe und nicht alle Mitglieder des Fahrpersonals nach diesem Tarifvertrag beschäftigt und somit zum Streik aufgerufen seien, sollen die Offenbacher Stadtbusse nach Plan fahren, hieß es von den Stadtwerken Offenbach.

Erhebliche Einschränkungen in Kassel erwartet 

Dagegen müssen die Fahrgäste in Kassel und in Teilen des Umlands an beiden Tagen mit erheblichen Einschränkungen im ÖPNV rechnen. Nach Angaben der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) kommt es zu Ausfällen auf den Linien 1 bis 29 sowie im RegioTram-Betrieb. 

Auch die regionalen Buslinien 11, 17 und 22 im Umland sowie die Fahrten der Tramlinien nach Vellmar, Baunatal und durch das Lossetal fallen demnach voraussichtlich aus. Ebenso sei davon auszugehen, dass die AnrufSammelTaxen auf den Linien 90 bis 97 nicht im Einsatz sein werden, hieß es. 

Die RegioTrams verkehren während des Warnstreiks den Angaben zufolge voraussichtlich ausschließlich zwischen Hofgeismar-Hümme, Wolfhagen, Melsungen und Kassel Hauptbahnhof. Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) teilte mit, dass die Buslinien ab Nummer 30 planmäßig fahren werden. Auch Regionalzüge werden demnach wie gewohnt fahren. Die KVG rät allen Fahrgästen, sich rechtzeitig über die Medien sowie die Informationskanäle des NVV zu informieren.

5.200 Beschäftigte hessenweit zu Warnstreik aufgerufen

Insgesamt hat die Gewerkschaft Verdi im Rahmen eines bundesweiten Warnstreiks rund 5.200 Beschäftigte in Hessen zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. 

Bei den Tarifverhandlungen, die in allen 16 Bundesländern meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden geführt werden, fordert Verdi insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen – etwa durch kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende.