Migration

Weniger Geflüchtete kommen in Erstaufnahmeeinrichtung an

Sie hoffen auf ein besseres Leben - rund 330 Geflüchtete kommen derzeit wöchentlich in der hessischen Erstaufnahme an. Das sind weniger als zuletzt, was mit den Grenzkontrollen zu tun haben dürfte.

Sie hoffen auf ein besseres Leben in Deutschland - mit einem Bus werden die kleine Rabi und ihre Mutter aus der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gießen zu ihrer neuen Unterkunft gebracht. Derzeit haben die Zugänge zu der Einrichtung nach Angaben des zuständigen Abteilungsleiters beim Regierungspräsidium Gießen, Manfred Becker, nachgelassen. Foto: Boris Roessler/dpa
Sie hoffen auf ein besseres Leben in Deutschland - mit einem Bus werden die kleine Rabi und ihre Mutter aus der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gießen zu ihrer neuen Unterkunft gebracht. Derzeit haben die Zugänge zu der Einrichtung nach Angaben des zuständigen Abteilungsleiters beim Regierungspräsidium Gießen, Manfred Becker, nachgelassen.

Gießen (dpa/lhe) - In der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen entwickeln sich die Zugangszahlen geflüchteter Menschen nach dem Jahresbeginn weiter moderat. Wöchentlich kämen derzeit etwa 330 Menschen in der Einrichtung in Gießen an, die meisten davon aus der Ukraine. Im vergangenen Jahr seien es regelmäßig etwa 500 bis 700 Geflüchtete pro Woche gewesen, sagte der zuständige Abteilungsleiter beim Regierungspräsidium Gießen, Manfred Becker. Schon 2024 hatte die hessische Erstaufnahmeeinrichtung deutlich weniger Zugänge registriert als noch 2023. 

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«Sicherlich ist es so, dass die Grenzkontrollen Wirkung zeigen», sagte Becker. Mit ihrer Einführung seien die Ankünfte spürbar zurückgegangen, und auch die in anderen Jahren übliche «Herbstwelle» sei im vergangenen Jahr ausgeblieben. Zudem werde von weniger Anlandungen im Mittelmeer berichtet, was zum einen mit entsprechenden Maßnahmen der Mittelmeer-Anrainer zu tun haben dürfte, zum anderen mit der Jahreszeit, so Becker. Im Winter fänden weniger Mittelmeer-Überquerungen statt, «weil es einfach zu gefährlich ist».

Menschen mit Bleibeperspektive werden auf Kommunen verteilt 

In Gießen werden die Ankömmlinge zunächst registriert und ärztlich untersucht, ihre Fingerabdrücke werden genommen. Über eine Abfrage bei den Sicherheitsbehörden wird geklärt, ob eine Person dort bereits bekannt ist.

Junge Männer vertreiben sich in der Teestube der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gießen die Zeit mit Tischtennisspielen. Hier warten die Menschen darauf, auf Unterkünfte in Kommunen im gesamten Bundesland verteilt zu werden. Foto: Boris Roessler/dpa
Junge Männer vertreiben sich in der Teestube der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gießen die Zeit mit Tischtennisspielen. Hier warten die Menschen darauf, auf Unterkünfte in Kommunen im gesamten Bundesland verteilt zu werden.

Geflüchtete, die zuvor in einem anderen europäischen Land registriert wurden, werden als sogenannte «Dublin-Fälle» behandelt und in das entsprechende Land überstellt, wo ihre Verfahren weiterbearbeitet werden. Andere leben für einige Zeit in Gießen oder an den anderen Standorten der Erstaufnahmeeinrichtung, bevor sie auf Unterkünfte in hessischen Kommunen weiterverteilt werden. Dies soll nach Vorgaben des Landes Hessen nur geschehen, wenn die Menschen eine Bleibeperspektive haben.

Einführung von Bezahlkarte weitgehend reibungslos

Insgesamt hat die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes mit ihren acht Standorten und einer Notunterkunft in Alsfeld derzeit eine Kapazität von 11.750 Plätzen, davon sind 6.406 Plätze nach Angaben Beckers belegt, davon wiederum rund 2.000 in Gießen. Die Menschen erhalten hier auch das Taschengeld, das sich für eine Einzelperson auf 173 Euro pro Monat beläuft, schrittweise wird aber auf Bezahlkarten umgestellt. 

In einer Halle warten Flüchtlinge auf den Bustransport zu ihren neuen Unterkünften. Foto: Boris Roessler/dpa
In einer Halle warten Flüchtlinge auf den Bustransport zu ihren neuen Unterkünften.

Die Ausgabe und Nutzung der Karten läuft nach Beckers Worten weitgehend reibungslos, viele der Menschen seien Kartenzahlung aus ihren Heimatländern bereits gewohnt. Bis Ende dieser Woche wolle man rund 1.200 Bezahlkarten an Geflüchtete in der Erstaufnahmeeinrichtung ausgegeben haben.