Proteste bei Auszeichnung

Wieder Großdemonstration: Was steht Frankfurt bevor?

Frankfurt stellt sich auf Zehntausende Menschen, Straßensperrungen und zahlreiche Kundgebungen ein. Zahlreiche Iranerinnen und Iraner werden in der Stadt erwartet - und ein umstrittener Politiker.

Bereits am Freitag liefen die Vorbereitungen am Ostpark in Frankfurt. Foto: Anabel Giesbert/dpa
Bereits am Freitag liefen die Vorbereitungen am Ostpark in Frankfurt.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Bühne steht, die Absperrgitter auch: Frankfurt steht heute wieder eine Großdemonstration bevor. In der Innenstadt und am Ostpark werden mehrere Zehntausend Menschen erwartet. 

In der Main-Metropole sind mehrere Demonstrationen in diesem Zusammenhang angemeldet - laut Polizei Frankfurt mit «teils unterschiedlichen politischen Positionen». Bei der größten Kundgebung werden am Ostpark mehrere Zehntausend Menschen erwartet. An ihr soll der iranische Oppositionspolitiker Reza Pahlavi laut Veranstaltern teilnehmen - unklar war zuletzt, ob er dort auch sprechen wird. Bereits am Freitag wurden am Ostpark Absperrgitter, Lautsprechertürme und eine Bühne aufgebaut. Der Park war bereits mit Fahnen geschmückt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollen zuvor vom Römer - der in direkter Nähe zur Paulskirche liegt - zum Ostpark ziehen. 

Polizei: «Unser Ziel ist es, friedliche Versammlungen zu ermöglichen»

«Wir begleiten die Versammlungen und schützen das Recht aller Menschen, ihre Meinung friedlich zu äußern», teilte die Polizei Frankfurt mit. «Unser Ziel ist es, friedliche Versammlungen zu ermöglichen, Störungen zu verhindern und die Auswirkungen für Unbeteiligte möglichst gering zu halten.»

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Für die Menschen in Frankfurt bedeutete das aber auch: Es wird große Probleme beim Verkehr in der Stadt geben. Die Polizei rechnet mit erheblichen Behinderungen, «die bis in die Abendstunden andauern können». Sie rät: «Lasst euer Auto am besten stehen, nutzt möglichst den ÖPNV und umfahrt betroffene Bereiche weiträumig.»

Einflussreiche Oppositionsstimme 

Anlass ist die Verleihung des Freiheitspreises der FPD-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung. Der geht dieses Jahr an das iranische Volk und soll treuhänderisch von Pahlavi in der Paulskirche entgegengenommen werden. Der im US-Exil lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs hat sich als Übergangsführer ins Spiel gebracht, falls die seither regierende Staatsführung in Teheran stürzen sollte. Viele sehen die Personalie kritisch, insbesondere wegen der monarchistischen Vergangenheit des Landes.

Kritik wird geübt von iranischen Organisationen, ehemaligen Gefangenen aus der Schah-Zeit, Linken, den Parteien Volt und Grüne in Frankfurt sowie in einem offenen Brief, den etwa der frühere deutsche UN-Botschafter Joachim Rücker und die ehemalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries unterzeichneten.

Reza Pahlavi ist Sohn des Iranischen Schahs. (Archivbild) Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Reza Pahlavi ist Sohn des Iranischen Schahs. (Archivbild)

Krawalle erst am vergangenen Wochenende

Pahlavi gilt bei aller Kritik als eine der einflussreichsten Oppositionsstimmen im Ausland. Der Freiheitspreis wird seit 2006 alle zwei Jahre für herausragendes Engagement zugunsten einer liberalen Bürgergesellschaft verliehen.

Es ist das zweite Wochenende in Folge, an dem in Frankfurt eine größere Demonstration stattfindet. Am vergangenen Samstag war es nach friedlichen Jugendprotesten auf der Einkaufsstraße Zeil zu Krawallen und Vandalismus gekommen.