Weinheim

Kommentar zur Situation an der DBS: "Armutszeugnis zum Schulbeginn"

WN/OZ-Redakteur Gabriel Schwab fragt sich, welche Werte Kindern und Jugendlichen vorgelebt werden.

Die Akteure an der DBS blicken mit düsterer Perspektive in die Zukunft. Foto: Fritz Kopetzky
Die Akteure an der DBS blicken mit düsterer Perspektive in die Zukunft.

Das Schuljahr hat zwar gerade erst begonnen. Trotzdem gibt es die ersten Armutszeugnisse. Zumindest, wenn man Wert auf die Noten in Verhalten und Mitarbeit legt. Denn hier ist ziemlich vieles, was seit und unmittelbar vor der Demonstration der Dietrich-Bonhoeffer-Schüler geschehen ist: ungenügend.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Ich frage mich, welche Werte den Kindern und Jugendlichen hier eigentlich vorgelebt werden sollen? Dass sie besser nicht den Mund aufmachen, weil Ehrlichkeit womöglich bestraft wird? Sie ihr Handeln nicht erklären müssen, weil Offenheit zu unangenehmen Rückfragen führen kann? Sich für eine Sache einzusetzen vergebene Mühe ist, weil das Schulsystem keine Demokratie ist?

Für die Schüler der DBS gibt es zurzeit nur noch die Hoffnung, zwei Werte schätzen zu lernen: Beharrlichkeit und Integrität. Bislang sieht es jedoch so aus, als ob sie diese nur von ihren Eltern lernen können. Wünschenswert wäre, dass Lehrer mit gutem Beispiel vorangehen. Denn wenngleich auch im Kollegium große Unzufriedenheit herrscht, musste man schon hinter die Kulissen spicken, um diese auch zu hören. Der jetzige – höchst intransparente – Kenntnisstand in der Personalie Plattmann lässt nur den Rückschluss zu, dass das Exempel effektiv statuiert wurde.

Natürlich besteht immer noch ein Fünkchen Hoffnung, dass die Verantwortlichen zumindest endlich aus den Fehlern der jüngsten Vergangenheit lernen. Alles andere wäre wirklich das nächste Armutszeugnis.