Rechtsextremismus

Kommentar zum Marsch der Neonazis in Weinheim: "Ihr seid nicht willkommen"

WN/OZ-Redakteur Gabriel Schwab findet, die Demokratie muss die Versammlungsfreiheit schützen. Er findet aber auch: Demokraten sollten es Verfassungsfeinden dabei möglichst ungemütlich machen.

Insgesamt 1.000 Menschen waren nach Polizeiangaben am Feiertag rund um den Weinheimer Hauptbahnhof und in der Stadt unterwegs, um gegen den Aufmarsch der NPD zu demonstrieren. Foto: Philipp Reimer Fotografie
Insgesamt 1.000 Menschen waren nach Polizeiangaben am Feiertag rund um den Weinheimer Hauptbahnhof und in der Stadt unterwegs, um gegen den Aufmarsch der NPD zu demonstrieren.

Wer ihn schon immer mal sehen wollte, den berühmten „keinen Zentimeter nach rechts“, hätte am 1. Mai in Weinheim dazu Gelegenheit gehabt. Dort sah sich eine Gruppe von etwas mehr als 20 Neonazis einem Widerstand von rund 1.000 Demonstranten gegenüber. Diese überwältigende Unterzahl der Verfassungsfeinde machte mehr als deutlich: Von euch ist hier kein einziger willkommen!

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Manch einer echauffierte sich im Vorfeld, wieso sie überhaupt durch Weinheim marschieren dürfen. Und es war ja auch aberwitzig, was ein kleiner Haufen von Rechtsextremen lostrat – man beachte allein die Menge an Polizisten und die Dauer gesperrter Verkehrsachsen.

Aber die Versammlungsfreiheit ist ein von der Verfassung geschütztes Recht. Und als essenzielles Selbstkorrektiv einer Demokratie auch mit gutem Grund. Sie und wir müssen das aushalten. Selbst den verschwurbelten Abgesang von Menschenfeinden auf eben diese freiheitlich demokratische Lebensart. Immerhin: Dafür haben die ungeliebten Besucher durch das konsequente Blockieren von Straßen weder viel Auslauf noch eine ansatzweise populäre Bühne bekommen. Willkommen hat sich mit Sicherheit kein einziger von ihnen gefühlt.