Bouffier-Sohn soll in Führung der Unionsfraktion aufsteigen
Die Personalrochade in der Unionsfraktion geht weiter: Nun ist klar, wen Fraktionschef Frei als Nachfolger der künftigen Ersten Parlamentarischen Geschäftsführerin dos Santos-Wintz vorschlägt.
Berlin (dpa) - Der CDU-Bundestagsabgeordnete Frederik Bouffier soll in die engere Führung der Unionsfraktion aufsteigen und Nachfolger von Catarina dos Santos-Wintz als Parlamentarischer Geschäftsführer werden. Sie war am Mittwoch von Fraktionschef Thorsten Frei als Erste Parlamentarische Geschäftsführerin vorgeschlagen worden. Bouffier würde damit ihr Stellvertreter.
«Ich bin mir daher sicher, dass Frederik für das Amt des Parlamentarischen Geschäftsführers ideale Voraussetzungen mitbringt und die damit verbundenen vielfältigen Aufgaben für unsere Fraktion überzeugend gestalten wird», schrieb Frei nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in einer SMS an die Abgeordneten.
Der 35-jährige Rechtsanwalt Bouffier ist der Sohn des früheren hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier. Er sitzt seit 2025 im Bundestag und vertritt den Wahlkreis Gießen-Alsfeld. Zuvor war er seit 2024 hessischer Landtagsabgeordneter.
«Erfahrungsschatz und breites Netzwerk»
«Frederik verfügt bereits über einen großen Erfahrungsschatz auf allen politischen Ebenen und dadurch über ein breites Netzwerk», schrieb Frei weiter. «Hier im Deutschen Bundestag hat er sich insbesondere im zentralen Bereich der Innenpolitik einen Namen gemacht. Frederik zeichnen darüber hinaus seine zupackende und lösungsorientierte Art und sein Teamgeist aus.»
Die Wahl von dos Santos-Wintz soll nach Angaben eines Fraktionssprechers in der ersten Sitzung der CDU/CSU-Fraktion nach der Sommerpause Anfang September stattfinden. Dann dürfte auch ihr Nachfolger gewählt werden.
Die Neubesetzungen waren durch den Rücktritt des Fraktionschefs Jens Spahn (CDU) ausgelöst worden. Frei wurde bereits in einer Sondersitzung zum neuen Fraktionsvorsitzenden gewählt. Spahn hatte zuvor öffentlich gemacht, dass er und sein Ehemann mit Hilfe einer Leihmutter in den USA ein Kind bekommen haben. Dies hatte Kritik auch in den eigenen Unionsreihen hervorgerufen.