Großbritannien

Messerattacke in London – Starmer spricht von Antisemitismus

In einem jüdisch geprägten Viertel der britischen Hauptstadt verletzt ein Angreifer zwei jüdische Menschen. Erst vor wenigen Wochen kam es dort zu einem antisemitischen Brandanschlag.

Bei einem Messerangriff wurden zwei Menschen verletzt. Foto: Blaise Coran/PA Wire/dpa
Bei einem Messerangriff wurden zwei Menschen verletzt.

London (dpa) - Bei einem mutmaßlich antisemitischen Messerangriff in London sind zwei Menschen verletzt worden. Das bestätigte der britische Premierminister Keir Starmer in einer Mitteilung auf X. Einem BBC-Bericht zufolge handelt es sich um zwei Menschen jüdischen Glaubens, die mit schweren Verletzungen behandelt werden mussten. Der Vorfall spielte sich im stark jüdisch geprägten Stadtviertel Golders Green ab.

Ein mutmaßlicher Angreifer wurde festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Es handelt sich demnach um einen 45-jährigen Mann. Die Polizei machte zunächst keine Angaben zu dem möglichen Tatmotiv. Die Staatsbürgerschaft des Mannes und sein Hintergrund seien Inhalt von Ermittlungen, hieß es lediglich. Diese werden demnach von der Anti-Terror-Einheit geleitet, «um die ganzen Umstände und mögliche Terrorismusverbindungen aufzuklären», so die Mitteilung weiter.

Der britische Premier Keir Starmer hat den Messerangriff in Golders Green als antisemitisch verurteilt. (Archivbild) Foto: House Of Commons/Uk Parliament/PA Wire/dpa
Der britische Premier Keir Starmer hat den Messerangriff in Golders Green als antisemitisch verurteilt. (Archivbild)

Bei den beiden Opfern handelt es sich laut Polizei um zwei Männer, einer davon sei zwischen 30 und 40, der andere zwischen 70 und 80 Jahre alt. Beide seien im Krankenhaus und in einem stabilen Zustand.

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«Der antisemitische Angriff in Golders Green ist zutiefst entsetzlich. Angriffe auf unsere jüdische Gemeinschaft sind Angriffe auf Großbritannien», so die Mitteilung von Regierungschef Starmer. Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen werden, kündigte der Labour-Politiker an.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan schrieb, die jüdische Gemeinschaft in der britischen Hauptstadt sei zum Ziel einer Reihe von schockierenden antisemitischen Angriffen geworden. «Es darf absolut keinen Platz für Antisemitismus in der Gesellschaft geben.» Die Londoner Polizei habe ihre Präsenz in dem betroffenen Gebiet erhöht.

Khan dankte den Rettungskräften und einer Nachbarschaftsinitiative «für ihre rasche Reaktion auf diesen fürchterlichen Vorfall».

Video soll Festnahme zeigen

Britische Medien berichteten über noch unbestätigte Videos zu dem Vorfall, die in sozialen Medien kursieren. Dabei ist etwa zu sehen, wie ein auf dem Bauch liegender Mann von mehreren Personen fixiert wird. Auf anderen Aufnahmen, die den mutmaßlichen Tatort zeigen sollen, sind wiederum zahlreiche Krankenwagen und auch Polizeibeamte zu sehen.

Die Londoner Polizei ermittelt in dem Vorfall. Foto: Jamie Lashmar/PA Wire/dpa
Die Londoner Polizei ermittelt in dem Vorfall.

Die Abgeordnete Sarah Sackman, in deren Wahlkreis Golders Green liegt, verurteilte den Vorfall in einer Mitteilung auf der Plattform X ebenfalls als antisemitisch: «Die Angriffe auf britische Juden sind ein Angriff auf Großbritannien selbst. Es ist unerhört, dass Juden auf diese Weise angegriffen werden», so die Labour-Abgeordnete.

Erst zuletzt Brandanschlag in Golders Green

Zuletzt kam es in London zu mehreren Angriffen auf jüdische Einrichtungen, oft handelte es sich dabei um Brandanschläge. Erst vor wenigen Wochen waren etwa vier Krankenwagen des jüdischen Rettungsdienstes Hatzola in Golders Green bei einem antisemitisch motivierten Brandanschlag zerstört worden. Mehrere Verdächtige wurden angeklagt.

Bei einem Brandanschlag wurden mehrere Krankenwagen einer jüdischen Organisation in Brand gesetzt. (Archivbild) Foto: Alberto Pezzali/AP/dpa
Bei einem Brandanschlag wurden mehrere Krankenwagen einer jüdischen Organisation in Brand gesetzt. (Archivbild)

Die beiden bei dem Messerangriff verletzten Männer werden laut BBC von Hatzola behandelt. Die Organisation wird von Freiwilligen betrieben und bietet kostenlose Krankentransporte und Notfallhilfe an. Auch eine jüdische Nachbarschaftsinitiative soll maßgeblich an der Festnahme beteiligt gewesen sein.