USA

US-Kampfjets fangen Kleinflugzeug nahe Washington ab

Ein Kleinflugzeug nähert sich der US-Hauptstadt. Der Pilot reagiert nicht auf Ansprachen. Kampfjets des US-Militärs fangen die Maschine schließlich ab. Kurze Zeit später kommt es zum Absturz.

Das Pentagon in Washington DC (Symbolbild). Nach Angaben des nordamerikanischen Luftverteidigungskommandos Norad hatte das US-Militär versucht, mit dem Piloten der Cessna Kontakt aufzunehmen. Foto: Patrick Semansky/AP
Das Pentagon in Washington DC (Symbolbild). Nach Angaben des nordamerikanischen Luftverteidigungskommandos Norad hatte das US-Militär versucht, mit dem Piloten der Cessna Kontakt aufzunehmen.

Washington (dpa) - Das auffällige Verhalten eines Kleinflugzeugs in der Nähe der Hauptstadt Washington hat die US-Luftwaffe auf den Plan gerufen und viele Menschen in der Region in Schrecken versetzt. Am Sonntag stiegen F-16-Kampfjets des US-Militärs auf, um ein Kleinflugzeug vom Typ Cessna Citation abzufangen. Weil die Jets Überschallgeschwindigkeit erreichten, kam es zu einem lauten Knall, der in Washington und den angrenzenden Bundesstaaten Virginia und Maryland zu hören war. Das Kleinflugzeug stürzte kurze Zeit später in einer dünn besiedelten Gegend bei Montebello im Bundesstaat Virginia ab, südlich von Washington. Nach dem Vorfall waren noch viele Fragen offen.

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Nach Angaben des nordamerikanischen Luftverteidigungskommandos Norad hatte das US-Militär versucht, mit dem Piloten der Cessna Kontakt aufzunehmen. Dieser sei aber nicht ansprechbar gewesen. Schließlich sei es zum Absturz der Maschine gekommen. Der US-Sender CNN berichtete unter Berufung auf eine nicht namentlich genannte Quelle, dass das Kleinflugzeug nicht vom Militär abgeschossen worden sei. Es sei üblich, dass die US-Luftfahrtaufsicht FAA die Unterstützung des Militärs anfordere, wenn bei einem Flugzeug gefährliches oder unsicheres Flugverhalten festgestellt werde. Der Luftraum über Washington und Umgebung unterliegt diversen Beschränkungen.

Die Luftfahrtaufsicht teilte mit, das Kleinflugzeug sei in Elizabethton im südlichen Bundesstaat Tennessee gestartet und hätte in Long Island in New York landen sollen. Der eigentliche Ankunftsort ist rund 500 Kilometer Luftlinie von der Absturzstelle entfernt. Nach CNN-Informationen befanden sich vier Menschen an Bord der Maschine. Warum der Pilot nicht ansprechbar war - womöglich wegen eines medizinischen Notfalls - ist Gegenstand der Ermittlungen. Mehrere US-Medien berichtete am späten Sonntagabend (Ortszeit), dass an der Absturzstelle keine Überlebenden gefunden worden seien. Offizielle Angaben dazu gab es zunächst nicht.

CNN: Kleinflugzeug war in Florida registriert

Ein lauter Knall hatte am Sonntagnachmittag viele Menschen in der Region aufgeschreckt. Es war ein explosionsartiges Geräusch zu hören. Die Behörde, die in der Stadt Annapolis unweit von Washington Notfälle koordiniert, informierte auf Twitter, dass es sich dabei um einen Überschallknall gehandelt habe. Ein solcher ist zu hören, wenn ein Flugzeug mit Überschallgeschwindigkeit fliegt. Nach Angaben des Luftverteidigungskommandos Norad war den Kampfjets offiziell die Erlaubnis erteilt worden, mit Überschallgeschwindigkeit zu fliegen. Auch seien Leuchtraketen zum Einsatz gekommen, «um die Aufmerksamkeit des Piloten abzulenken».

Das abgestürzte Kleinflugzeug sei bei einer Firma im Bundesstaat Florida registriert gewesen, berichtete CNN unter Berufung auf die Flugaufsicht. Die «Washington Post» zitierte aus einem Gespräch mit einem Mann, der sich auf Nachfrage am Telefon als Inhaber der Firma zu erkennen gegeben habe: Er machte der Zeitung zufolge deutlich, dass seine Familie mit dem Flugzeug unterwegs gewesen sein könnte - unter anderem seine Tochter und ein Enkelkind im Alter von zwei Jahren. Über den Absturz aber wisse er noch nichts.

Unter Berufung auf Flugdaten des Anbieters Flightradar 24 meldete die «Washington Post» auch, dass ein Flugzeug, bei dem es sich um die Absturzmaschine handeln könnte, den Zielort Long Island zwar erst überflog, dann aber umkehrte. Ohne den Kurs zu ändern soll es in die entegegengesetzte Richtung geflogen sein, bis die Daten an der Absturzstelle enden.