Finale

Das war die WM-Nacht: Spanien feiert Titel, Pfiffe für Trump

Spanien entthront Titelverteidiger Argentinien und feiert seinen zweiten WM-Titel. Lionel Messi weint bittere Tränen. Vor der Siegerehrung gibt es ein Pfeifkonzert.

Spanien mit seinem überragenden Kapitän Rodri bejubelt den WM-Titel. Foto: Tom Weller/dpa
Spanien mit seinem überragenden Kapitän Rodri bejubelt den WM-Titel.

East Rutherford (dpa) - Lionel Messi ist entthront, Spanien hat sich zum zweiten Mal zum Fußball-Weltmeister gekrönt. Die Iberer gewannen das Finale in East Rutherford hochverdient mit 1:0 (0:0, 0:0) nach Verlängerung gegen die offensiv harmlosen Südamerikaner. Deren Traum von der Titelverteidigung ist geplatzt. Superstar Messi war im Endspiel so gut wie kein Faktor.

Nach der Partie wird es mehrfach emotional. Messi vergießt bittere Tränen auf dem Rasen. US-Präsident Donald Trump und FIFA-Boss Gianni Infantino werden ausgepfiffen, mehrere spanische Spieler für ihre starken Leistungen beim XXL-Turnier ausgezeichnet. Das war das Wichtigste der WM-Nacht:

Torres schießt Spanien zum Titel

Spanien hat dank Ferran Torres die erneute Krönung von Argentiniens Superstar Messi verhindert und ist wie bereits 2010 Weltmeister. Zwei Jahre nach ihrem EM-Triumph sicherten sich die Iberer verdientermaßen auch den WM-Titel. Joker Torres traf in der 106. Minute.

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Der 65 Jahre alte Luis de la Fuente gewann als ältester Trainer der WM-Historie den begehrten Goldpokal. Argentiniens Mittelfeldmann Enzo Fernández musste in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit wegen eines Foulspiels mit Gelb-Rot vom Rasen. Die erste Verwarnung hatte er vom slowenischen Schiedsrichter Slavko Vincic wegen Reklamierens gesehen. 

Pfeifkonzert für Trump und Infantino

Donald Trump und Gianni Infantino sind vor der Siegerehrung für den neuen Fußball-Weltmeister Spanien von großen Teilen des Publikums ausgepfiffen worden. Als beide den Rasen des Finalstadions von East Rutherford betraten, gab es ein Pfeifkonzert. Wenig später überreichten der US-Präsident und der FIFA-Chef um 18.43 Uhr Ortszeit gemeinsam den goldenen WM-Pokal an Spaniens Rodri.

Trump unterhielt sich danach noch mit einigen spanischen Spielern und ließ es sich auch nicht nehmen, am rechten Rand des Siegerfotos zu posieren. Gemeinsam mit Infantino verteilte Trump auch die Medaillen an das spanische und das argentinische Team. Der US-Präsident besuchte beim Finale sein erstes Spiel dieser WM im Stadion.

Donald Trump (r) ehrt Lionel Messi. Foto: Tom Weller/dpa
Donald Trump (r) ehrt Lionel Messi.

Spaniens Rodri mit dem Goldenen Ball ausgezeichnet

Spaniens Kapitän Rodri ist als Spieler des Turniers ausgezeichnet worden. Der 30-Jährige von Manchester City bekam den Goldenen Ball als Trophäe überreicht. Den Silbernen Ball gab es für Argentiniens Lionel Messi, der Bronzene Ball ging an den Franzosen Kylian Mbappé.

Zum besten Torhüter der XXL-WM in den USA, Kanada und Mexiko kürte der Weltverband FIFA den Spanier Unai Simón. Die Auszeichnung als bester junger Spieler bekam sein 19 Jahre alter Teamkollege Pau Cubarsí vom FC Barcelona.

Der Goldene Schuh für den besten Torschützen des Turniers ging an Mbappé. Der Stürmerstar hatte sich mit seinen beiden Treffern im Spiel um Platz drei gegen England (4:6) noch an Messi vorbeigeschoben und traf insgesamt zehn Mal. Der Argentinier kam mit acht Toren auf den zweiten Platz.

Argentiniens Trainer bricht Pk unter Tränen ab

Lionel Scaloni war nach der Finalniederlage untröstlich. Argentiniens Trainer brach seine Pressekonferenz unter Tränen ab. «Es ist sehr schmerzhaft, es tut mir sehr leid», sagte der Coach heftig weinend und eilte von der Bühne.

Zuvor hatte der 48-Jährige bereits nach seinem verpassten zweiten Weltmeistertitel einen Einblick in sein emotionales Innenleben gegeben. «Ich habe mir schon in der Kabine die Augen ausgeweint, deswegen weine ich jetzt nicht», sagte Scaloni. Wenig später musste er aber dennoch weinen und erhielt aufmunternden Applaus von argentinischen Journalisten.

Argentiniens Trainer Lionel Scaloni war nach der Niederlage untröstlich. Foto: Julio Cortez/AP/dpa
Argentiniens Trainer Lionel Scaloni war nach der Niederlage untröstlich.