Kreis Bergstraße

Mehr Krankschreibungen

DAK-Gesundheitsreport zeigt für das erste Halbjahr 2023 einen Anstieg des Krankenstandes.

Im ersten Halbjahr 2023 gab es einen Anstieg in den Kreisen Bergstraße und Odenwald bei den Krankschreibungen wegen Atemwegserkrankungen. Foto: Pixabay
Im ersten Halbjahr 2023 gab es einen Anstieg in den Kreisen Bergstraße und Odenwald bei den Krankschreibungen wegen Atemwegserkrankungen.

Der Krankenstand in den Landkreisen Bergstraße und im Odenwald ist im ersten Halbjahr 2023 weiter gestiegen. Die Beschäftigten in der Region hatten 22 Prozent mehr Fehltage als im Vorjahreshalbjahr. Mit 5,5 Prozent lag der Krankenstand jedoch etwas niedriger als im Landesdurchschnitt (5,6 Prozent). Laut Gesundheitsreport der DAK-Krankenversicherung fallen die Veränderungen in manchen Altersgruppen stärker ins Gewicht als in anderen. Insgesamt haben Fehltage aufgrund von Atemwegsproblemen und psychischen Erkrankungen besonders zugenommen, Arbeitsausfall durch Corona ist hingegen um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Der hohe Krankenstand verschärft die Situation für Beschäftigte in Berufen mit hohem Personalmangel weiter.

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„Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand in den beiden Landkreisen“, erklärt Robert Gahler, Servicezentrumsleiter der DAK-Gesundheit in Bensheim, in der Pressemitteilung. Dafür wertet die Kasse die Krankschreibungen aller Beschäftigten aus, die bei ihr versichert sind. „Unsere aktuelle Halbjahresanalyse für 2023 zeigt, dass die Fehlzeiten auch nach dem Ende der Pandemie ein wichtiges Thema für die Unternehmen und Betriebe vor Ort bleiben“, so Gahler. „Ein Krankenstand von 5,5 Prozent bedeutet immerhin, dass von 1000 Mitarbeitern an jedem Tag von Januar bis Juni insgesamt 55 krankgeschrieben waren.“

Mehr Atemwegsprobleme

Die meisten Ausfalltage gingen demnach im ersten Halbjahr 2023 auf das Konto von drei Erkrankungsgruppen: An erster Stelle standen die Atemwegserkrankungen wie Erkältungen und Bronchitis. In dieser Gruppe stieg die Anzahl der Fehltage um 60 Prozent an, von 148 Tagen je 100 Beschäftigte auf 237 Tage.

Aufgrund von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems wie etwa Rückenschmerzen waren Beschäftigte, die bei der DAK versichert sind, im ersten Halbjahr ebenfalls häufig krankgeschrieben (184 Fehltage je 100 Beschäftigte). Das Plus betrug hier 17 Prozent. Viele Fehltage verursachten auch psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände. Hier erhöhte sich der Arbeitsausfall um 19 Prozent. Deutlich rückläufig waren dagegen die Fehlzeiten durch Corona: Sie sanken um mehr als die Hälfte (57 Prozent) von 61 auf rund 26 Fehltage je 100 Beschäftigte.

Mindestens eine Krankschreibung

Die Hälfte der Beschäftigten hatte bereits im ersten Halbjahr mindestens eine Krankschreibung (50,8 Prozent). Das waren wesentlich mehr als im Vorjahreshalbjahr (37,5 Prozent). Bei den jungen Erwerbstätigen bis 30 Jahre war die Steigerung der Krankschreibungen mit einem Plus von 101 Prozent besonders deutlich. Auf 100 Beschäftigte kamen in dieser Altersgruppe insgesamt 141 Krankschreibungsfälle. Bei den über 50-Jährigen waren es mit 82 Fällen je 100 Beschäftigte wesentlich weniger. Allerdings sind ältere Erwerbstätige dafür eher von langwierigen Erkrankungen betroffen wie etwa Bandscheibenvorfällen oder schweren Depressionen. Für ihre Altersgruppe zeigt die Analyse deshalb zwar weniger Fälle, aber insgesamt mehr Fehltage.

Sonderanalyse Personalmangel

Die DAK-Gesundheit hat in einer Sonderanalyse gemeinsam mit dem IGES Institut in Berlin auch die Auswirkungen von Personalmangel auf den Krankenstand untersucht und dafür eine repräsentative Forsa-Befragung in Auftrag gegeben. Demnach erleben im Bundesland Hessen 47 Prozent der Beschäftigten regelmäßig Personalmangel in ihrem Arbeitsumfeld. Das führt zu einem starken Leistungs- und Termindruck, zu Überstunden und zu einem Verzicht auf Pausen. In der Folge berichten die Betroffenen von allgemeiner Erschöpfung (54 Prozent), von Schlafstörungen (33 Prozent) und Kopfschmerzen (22 Prozent). Sie geben solche Beschwerden wesentlich häufiger an als Beschäftigte ohne Personalnot.

„Wir müssen die Situation von Menschen, die unter Personalmangel arbeiten, besonders im Blick behalten. Es zeichnet sich schon jetzt ab, dass sich die damit verbundenen Belastungen auf den Krankenstand auswirken. Firmen und Betriebe in Hessen sollten auch im eigenen Interesse verstärkt auf den Gesundheitsschutz ihrer Mitarbeiter achten und weitere Ressourcen ins betriebliche Gesundheitsmanagement investieren“, so Gahler. „Unsere Kasse hilft Unternehmen dabei, die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten und zu stärken.“