Fehlzeiten steigen an der Bergstraße und im Odenwald
Krankenstand der Beschäftigten klettert laut Studie im ersten Halbjahr von 5,5 auf 6,1 Prozent.
Der Krankenstand im Landkreis Bergstraße und Odenwaldkreis war im ersten Halbjahr 2024 höher als im Vorjahreszeitraum 2023, berichtet die Krankenkasse DAK in einer Pressemitteilung. Er stieg von 5,5 auf 6,1 Prozent, liegt somit über dem landesweiten Durchschnitt für Hessen von 5,9 Prozent. Von Januar bis Juni 2024 war jeder und jede Beschäftigte im Landkreis Bergstraße und Odenwaldkreis durchschnittlich 11,1 Tage krankgeschrieben. Die DAK-Gesundheit hat in einer Sonderanalyse die Krankschreibungen aller versicherten Beschäftigen in der Region ausgewertet. In der ersten Jahreshälfte kamen auf 100 DAK-versicherte Beschäftigte insgesamt rund 1.113 Ausfalltage, was im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr ein Plus von 11,4 Prozent bedeutet.
„Der weiterhin hohe Krankenstand im Landkreis Bergstraße und Odenwaldkreis ist alarmierend und sollte auch ein Weckruf für die Arbeitgeber sein“, sagt Robert Gahler, Leiter des Servicezentrums in Bensheim. „Wer die Gesundheit seiner Beschäftigten schützt, stärkt auch die Leistungsfähigkeit und den wirtschaftlichen Erfolg seines Unternehmens. Eine Antwort auf die Fehlzeiten könnte ein verstärktes betriebliches Gesundheitsmanagement sein.“
Drei Erkrankungsgruppen liegen vorn
Die meisten Ausfalltage gingen im ersten Halbjahr auf das Konto von drei Erkrankungsgruppen. Rang 1 belegten psychische Erkrankungen mit 254 Fehltagen je 100 Versicherte. Dahinter kamen Atemwegserkrankungen mit 214 Fehltagen, gefolgt von Muskel-Skelett-Erkrankungen auf Rang 3 mit 185 Fehltagen je 100 Versicherte. Zum Vergleich: Depressionen, Anpassungsstörungen und andere psychische Erkrankungen verursachten landesweit 191 Fehltage je 100 Versicherte. Das waren 20 Prozent mehr Fehltage als im Vorjahreszeitraum.
Sonderanalyse zum Gesundheitsrisiko Hitze
Laut DAK-Studie gibt es beim Krankenstand auch erste Auffälligkeiten in heißen Sommerwochen. In einer Sonderanalyse gemeinsam mit dem Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) in Berlin hat die DAK auch die Auswirkungen von Hitze auf die Gesundheit der Beschäftigten untersucht und dafür eine Forsa-Befragung beauftragt. Demnach sind in Hessen ein Sechstel der Beschäftigten während der Arbeit bei Hitze stark belastet. Besonders Erwerbstätige mit einer chronischen körperlichen oder psychischen Erkrankung fühlen sich deutlich beeinträchtigt (21 beziehungsweise 38 Prozent). Insgesamt geben jedoch nur 1,5 Prozent der Beschäftigten an, wegen gesundheitlicher Probleme durch Hitze krankgeschrieben worden zu sein oder sich deshalb ohne Krankschreibung krankgemeldet zu haben.