Prozess gegen 18-jährigen Schüler aus St. Leon-Rot beginnt
Der heute 18-jährige Schüler steht wegen Mordes vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, seine Ex-Freundin am Löwenrot-Gymnasium in St. Leon-Rot erstochen zu haben. Der Prozess begann am Dienstag.
Vor dem Landgericht Heidelberg startete am Dienstag der Prozess gegen einen zur Tatzeit 17-jährigen Schüler. Laut Anklage erstach er am 25. Januar 2024 seine gleichaltrige Ex-Freundin und Mitschülerin am Löwenrot-Gymnasium in St. Leon-Rot.
Prozessbeginn: Staatsanwaltschaft sieht Mordmerkmale erfüllt
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, seine Ex-Freundin am 25. Januar in einem Aufenthaltsraum der Schule "mit einem Fleischmesser in den Nacken und oberen Rücken gestochen sowie auf den Hals, den Brustkorb und die Herzgegend eingestochen" zu haben. Dieser Angriff soll unerwartet und "heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen" erfolgt sein, was die juristischen Merkmale für Mord erfüllt.
Die junge Frau verstarb am Tatort
Die junge Frau verstarb am Tatort. Der Angeklagte floh anschließend mit seinem Auto. Etwa 400 Kilometer weiter nördlich, im niedersächsischen Seesen am Harz, kollidierte er wenige Stunden später mit einem anderen Fahrzeug. Dabei erlitt der Fahrer des anderen Autos schwere Verletzungen.
Frühere Gewalttat des Angeklagten ebenfalls Anklagepunkt
Dem Angeklagten wird neben Mord auch gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, da er die Jugendliche bereits Ende November 2023 angegriffen haben soll. Laut Anklage schlug er seiner damaligen Freundin am 26. November 2023 in deren Zimmer in Rauenberg (Rhein-Neckar-Kreis) mit der Faust ins Gesicht und auf den Hinterkopf sowie den Rücken, weil sie die Beziehung beenden wollte. Erst als die Mutter der Geschädigten ins Zimmer kam, ließ er von ihr ab. Die junge Frau erlitt dabei unter anderem einen Nasenbeinbruch, Prellungen des Jochbeins, Hämatome sowie Prellungen der Halswirbelsäule und des Thorax.
Das Löwenrot-Gymnasium ließ den Angeklagten trotz der Vorwürfe weiter am Unterricht teilnehmen und verhängte lediglich Kontaktverbot.
Prozess in Heidelberg unter Ausschluss der Öffentlichkeit
Der gesamte Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt und soll etwa einen Monat dauern, wie eine Sprecherin des Heidelberger Landgerichts mitteilte. (bw/dpa)