15 Jahre Dorfwerkstatt: Engagement rund um das Backhaus in Abtsteinach
Die Dorfwerkstatt Abtsteinach feiert nicht nur Halloween, sondern auch Geburtstag mit einer Party rund um das Backhaus. Vorsitzende Melanie Schmitt erinnert sich an die Anfänge.
Geister und Skelette hängen an der Steinmauer des Häuschens am Straßenrand, Spinnen aus Plastik baumeln gefährlich tief an den Netzen über den Köpfen des Besuchers – das Backhaus in Unter-Abtsteinach ist für den kommenden Sonntag schon unheimlich liebevoll geschmückt. Denn dann kommen wieder Besucher aller Altersklassen zur Halloweenparty der Dorfwerkstatt. Gleichzeitig feiert der Verein aber auch Geburtstag.
„Eigentlich hat alles mit der Grünen Mitte angefangen“, erzählt Melanie Schmitt bei einem Treffen. Das Projekt zur Dorfverschönerung inspirierte die 13 Gründungsmitglieder dazu, sich zusammenzutun.
Im Mai 2008 gründeten sie die Dorfwerkstatt. Das große Ziel: das verlassene Backhaus wieder herrichten. „Das hat hier schon immer gestanden. Bestimmt haben auch wir schon als Kinder hier gespielt“, erinnert sich Schmitt.
Sie blättert durch eine Bildersammlung, zeigt auf die Schnappschüsse, die das kleine Steinhaus in schlechtem Zustand zeigen. Das Dach hat Löcher, das Gemäuer ist verfallen, von der heutigen Außenanlage keine Spur. Unzählige Stunden Arbeit stecken in dem kleinen Häuschen am Straßenrand – heute erstrahlt es in neuem Glanz. Das Vorhaben wurde schließlich sogar vom Kreis Bergstraße gefördert.
Dorfwerkstatt arbeitet zwei Jahre lang
Nach der Vereinsgründung ging es dann an die Arbeit. Den Sommer über wurde das Areal rund um das Backhaus aufgeräumt. Ganze Wagenladungen Müll haben die Freiwilligen dabei aus dem Weg geschafft, um Platz für den nächsten Schritt zu machen: Ein Teil des Gebäudes musste komplett abgerissen und das Dach erneuert werden.
„Das Gebäude wurde komplett angehoben und mit einem neuen Fundament versehen“, erinnert sich Schmitt. Noch rechtzeitig vor dem Winter war das neue Dach fertig. Als Nächstes stand die Natursteinmauer auf dem Programm, die das Backhaus vor der hin und wieder übertretenden Steinach schützen soll.
Mit dem neuen Ofen war es dann im April 2010 soweit: Die Helfer holten die ersten frisch gebackenen Brote aus dem Backhaus, das so lange verlassen und verfallen dalag und in das sie zwei Jahre lang harte Arbeit gesteckt hatten. „Es war ein total toller Moment, wenn das, worauf man so lange hingearbeitet hat, sich endlich erfüllt“, erinnert sich die Vorsitzende.
Die offizielle Einweihung folgte etwas später – „mit allen wichtigen Leuten“, sagt Schmitt. Was sie bei dieser Gelegenheit gemacht haben? Natürlich gebacken.
Einsätze der Dorfwerkstatt
„Und dann fing das Vereinsleben an, wie es jetzt stattfindet“, fügt sie hinzu. Die heute 39 Mitglieder widmen sich neben der Pflege des Backhauses und des umliegenden Geländes mit Wiese und Scheune vor allem der „kulturellen Brauchtumspflege“, Kreativität und der Unterstützung von Kindern, Schulen und Kindergärten.
„Im Gegensatz zu einem Sportverein haben wir keine regelmäßigen Termine, sondern immer wieder vereinzelte Einsätze – bei denen wir aber immer viel Spaß haben“, erklärt Schmitt. Die Arbeiten am Backhausgelände sind aber noch nicht zu Ende: Mit jeder kreativen Aktion kommen liebevolle Elemente dazu: von der Holzeule, die mit einer Kettensäge entstanden ist, bis hin zu den Werken, die bei vergangenen Ferienspielen entstanden sind und die immer noch die Bäume und Zäune schmücken.
In der Coronazeit hat das kulturelle Leben zwar gelitten, das war aber kein Grund für die kreativen Freiwilligen, die Köpfe hängenzulassen. „Während Corona war alles so trist, da mussten wir was machen“, so Schmitt. In dieser Zeit hat der Verein eine Ostermalaktion veranstaltet, bei der die Bürger ihre Werke beim Verein abgeben konnten.
Diese wurden dann in Altenheime gebracht, um den Bewohnern eine Freude zu machen. Auch die Heuhasen, die in der Osterzeit die Straße schmücken, stammen aus Pandemiezeiten.
Halloweenparty zum Geburtstag
Tradition haben inzwischen auch – wie sollte es anders sein – die regelmäßigen Backtage mit einem kleinen Unterhaltungsprogramm, sowie die am Wochenende wieder anstehende Halloweenparty.
In diesem Jahr hat sich das Dorfwerkstattteam einen kleinen Wettbewerb ausgedacht: Kinder können sich in ihr Halloweenkostüm werfen und ein Bild am gruselig geschmückten Backhaus machen. Die drei besten Bilder werden bei der Party gekürt – „und es gibt etwas zu gewinnen“, verrät Schmitt. Die Schnappschüsse für den Wettbewerb können noch bis zum Freitag, 27. Oktober, per E-Mail eingereicht werden.
Die Halloweenparty findet am Sonntag, 29. Oktober, ab 17 Uhr am Backhaus in Unter-Abtsteinach statt. Die Dorfwerkstatt freut sich über neue Mitglieder, die sich gern bei den Einsätzen engagieren wollen.
Mehr Infos gibt es auf der Vereinswebsite.