Mörlenbach

30-Jähriger bei Holzarbeiten in Mörlenbach tödlich verletzt

Bei privaten Holzarbeiten ist im Mörlenbacher Ortsteil Vöckelsbach ein 30-jähriger Mann verunglückt. Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist Gegenstand polizeilicher Ermittlungen.

Bei den Holzarbeiten wurde der 30-Jährige wohl von einem Stamm getroffen (Symbolbild). Foto: Marco Schilling
Bei den Holzarbeiten wurde der 30-Jährige wohl von einem Stamm getroffen (Symbolbild).

Es war einer der dramatischsten Einsätze für die Freiwillige Feuerwehr im gesamten Jahr: Am Silvesternachmittag verunglückte ein 30-jähriger Mann im Wald beim Mörlenbacher Ortsteil tödlich. Die Alarmierung ging um 14.50 Uhr ein, und gegen 15 Uhr waren die Abteilungen Vöckelsbach und Weiher mit zwei Fahrzeugen vor Ort. Auch ein Löschzug aus Mörlenbach-Mitte hielt sich bereit, musste aber letztlich nicht zur Unglücksstelle ausrücken. An diesem letzten Tag des Jahres waren insgesamt 48 Helfer im Einsatz.

WNOZ WhatsApp-Kanal

Die Weinheimer Nachrichten und Odenwälder Zeitung auf WhatsApp! Aktuelle Nachrichten aus deiner Region. Die Top-Themen jeden Mittag frisch auf dem WhatsApp-Kanal.

Impressum

Stamm aufgerissen

„Wir haben die Stelle per Handyortung und Koordination sehr schnell gefunden. Außerdem war die Örtlichkeit bekannt“, berichtet Gemeindebrandinspektor Robert Gölz im Gespräch mit der dieser Zeitung. Die zwei Einsatzfahrzeuge kamen trotz der schmalen Waldwege gut voran.

Vor Ort bot sich den Helfern ein schreckliches Bild: Drei Waldarbeiter hatten beim „Holzmachen“ versucht, eine große Buche zu fällen. Der Baum war allerdings nicht wie geplant zur Seite gefallen, sondern entlang des Stamms aufgerissen. Ein Teil des Baumes fiel auf den 30-Jährigen, der unter ihm begraben wurde.

„Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist derzeit Gegenstand polizeilicher Ermittlungen“, heißt es vonseiten der zuständigen Beamten, doch Gölz bemerkt: „Dass ein Baum aufreißt, kommt leider immer mal wieder vor.“ Er betont, dass die drei Arbeiter erfahrene Kräfte gewesen seien. Die Einsatzkräfte hoben den Stamm mit einem hydraulischen Rettungsgerät an: „Das war in wenigen Minuten erledigt und gar kein Problem; diese Geräte können einiges an Gewicht heben.“

Niemanden im Stich lassen

Der Mann war nicht ansprechbar. Gölz weiß nicht, ob er zu diesem Zeitpunkt noch lebte. Er wurde der Besatzung der Rettungsfahrzeuge übergeben. Zwei Wagen trafen nach der Feuerwehr ein, außerdem war der DRK-Ortsverband mit zwei Helfern vor Ort. Ärzte und Sanitäter begannen, um das Leben des 30-Jährigen zu kämpfen. Der Mann erlag jedoch seinen Verletzungen, noch an der Unfallstelle.

„Wir bekommen es das Jahr über immer wieder mit Todesfällen zu tun“, gibt der Gemeindebrandinspektor zu bedenken. Mal ist das der Fall, wenn Wohnungen geöffnet werden müssen, mal werden die Helfer zu einem Verkehrsunfall gerufen: „So etwas geht an den Einsatzkräften nicht spurlos vorüber.“ Umso mehr jetzt, als sich zeigte, dass einige der Feuerwehrleute das Unfallopfer kannten – nicht verwunderlich bei einem Ort von der Größe Vöckelsbachs mit seinen gut 300 Einwohnern. Zunächst waren noch Handgriffe an den Geräten zu tun, Amtshilfe für die eintreffende Polizei zu leisten – doch dann waren auch die Mitglieder des Krisen-Interventionsteams da, die sich der geschockten Helfer annahmen; sie zogen sich aus der Kälte des Nachmittags zurück ins Dorfgemeinschaftshaus, um zu sprechen, das Erlebte zu verarbeiten. In dieser Hinsicht habe man bei der Feuerwehr einen guten Umgang gefunden, erklärt Gölz: „Das wird bei uns intern gut aufbereitet.“ Denn auch wenn Unglücke wie diese den Menschen viel abverlangen, betont er: „In so einer Lage muss niemand allein bleiben. Wir wollen die Einsatzkräfte nicht im Stich lassen.“