Biken gegen Depressionen im Odenwald
Die Motorraddemo Fellow Ride kommt am 26. August auch in den Kreis Bergstraße. Lobby schaffen und Spenden sammeln für psychisch erkrankte Menschen.
Fellows Ride nennt sich eine Initiative, die seit 2021 Motorraddemonstrationen organisiert. Sie macht sich bei diesen Events stark für die Depressionshilfe und sammelt Spenden, die an regionale Einrichtungen für mentale Gesundheit übergeben werden. Einige der Ehrenamtlichen sind selbst oder im familiären Umfeld von Depressionen betroffen.
„Psychisch erkrankte Menschen haben noch keine Lobby. Je mehr wir darüber in aller Offenheit reden, umso mehr wird sich zum Positiven verändern“, erklärt der Initiator Dieter Schneider die Motivation hinter den Fellows Rides. 2021 organisierte Schneider mit Freunden den ersten Fellows Ride in Würzburg, 2022 fanden schon vier Events statt.
Unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach finden 2023 zehn Fellows Rides in Deutschland statt. Dazu kommen zwei Fellows Rides in Österreich und einer in Portugal. Auch der Odenwald ist am 26. August wieder Schauplatz.
Ziel der Motorrad-Demonstration ist es, mehr Aufmerksamkeit für das Thema Depression zu schaffen und die folgenden Forderungen zu stellen: Verbesserung der Zugänglichkeit und Qualität der psychischen Gesundheitsversorgung; Stärkung der Aufklärung und Entstigmatisierung von Depressionen; Früherkennung und Prävention durch Schulung und Unterstützung relevanter Akteure.
„Diese Forderungen betonen die Notwendigkeit eines besseren Zugangs zur Behandlung, der Reduzierung von Stigmatisierung und der frühzeitigen Erkennung von Depressionen und Suizidrisiken“, steht in einer Pressemitteilung zum Fellows Ride 2023 zu lesen.
Mehrere Projekte erhalten Spenden
Der Demonstrationszug am 26. August wird von der Polizei begleitet und zieht zwei Schleifen durch den Odenwaldkreis mit Abstechern auch in den Kreis Bergstraße. Die beiden Teilstrecken haben eine Länge von 90 und 110 Kilometern. Die Auftaktkundgebung findet ab 8 Uhr in Beerfelden auf dem Pferdemarktgelände statt. Bei der Abschlusskundgebung an gleicher Stelle überreichen die Biker die Schecks für die beiden diesjährigen regionalen Spendenprojekte: das Darmstädter Bündnis gegen Depression und die Selbsthilfegruppe „Angst – Panik – Depression“ aus Reichelsheim. Auch für das überregionale Spendenprojekt „Auf und Ab“, eine Graphic Novel, um Depressionen und Angststörungen bei Jugendlichen entgegenzuwirken, wird gesammelt.
Der Fellows Ride wird von ehrenamtlichen Teams organisiert, die Demonstrationen an verschiedenen Standorten durchführen. Sie sammeln Spenden und übergeben diese an regionale Gesundheitsprojekte, die sich für die Depressionshilfe einsetzen. Jedes Jahr kommen neue Standorte dazu.
Ein tragischer Moment als Ansporn
2023 fand erstmals eine Motorraddemonstration in der Hauptstadt Berlin statt, um deutschlandweit für Aufmerksamkeit zu sorgen. Weitere Fellows Rides 2023 gibt es an den Standorten Würzburg, Stuttgart, Graz, Berlin, Wolfsburg, Tirol/Österreich, Odenwald, Rhein-Ruhr, Fränkische Schweiz, Kiel, Frankfurt, Kelheim im Altmühltal und Portugal. Gründer der Initiative ist Dieter Schneider, der nach dem Suizid seines Sohnes mit dem Motorrad eine Weltreise machte und diese Erfahrung im Film „Ride, don’t hide“ und im Buch „Mit Freude und Tränen durch Afrika“ verarbeitete. Er erlebte dabei persönlich, welch positiven Effekt das Motorradfahren und Unterwegssein auf die seelische Gesundheit haben kann.
Heute leistet er mit „Seelentrip Weltreise“ als Peer-to-Peer-Vortrag einen Beitrag, um Aufmerksamkeit in Unternehmen, Verbänden und Institutionen für Mental Health zu schaffen.
Spenden für Fellows Ride werden von der Stiftung Depression-Inklusion von Thomas Lurz und Dieter Schneider verwaltet. Weitere Informationen unter www.fellowsride.com