Prunksitzung

Bunte Narrenshow bei den Liewerschbescher Rieweleschern in Nieder-Liebersbach

Die Liewerschbescher Riewelescher begeisterten mit Musik, Tanz und Bütt. Von Asterix und Obelix über Schlümpfe bis zu Hexen – die Prunksitzungen boten Fastnachtsspaß für alle.

Tolle Stimmung herrschte bei den Prunksitzungen der Liewerschbescher Riewelescher. Mit einer gelungenen Mischung aus Bütten und Tänzen – unser Bild zeigt den Auftritt der Formation „Just us“ – steuerten sie geradewegs auf den Höhepunkt der fünften Jahreszeit in Nieder-Liebersbach zu. Foto: Katrin Oeldorf
Tolle Stimmung herrschte bei den Prunksitzungen der Liewerschbescher Riewelescher. Mit einer gelungenen Mischung aus Bütten und Tänzen – unser Bild zeigt den Auftritt der Formation „Just us“ – steuerten sie geradewegs auf den Höhepunkt der fünften Jahreszeit in Nieder-Liebersbach zu.

Nieder-Liebersbach. In die Welt von Farb- und Pinselstrich entführten die Liewerschbescher Riewelescher das Publikum, als sie an zwei Abenden zu ihren Prunksitzungen in die alte SVG-Halle im Birkenauer Ortsteil Nieder-Liebersbach einluden. Unter dem Motto „Über Comics und Bücher mit den tollsten Geschichten wollen euch die Riewelescher zur Fastnacht berichten“ hieß Sitzungspräsident Kai Jochim das zahlreich erschienene närrische Volk willkommen zu der Narrenshow, zu der auch Birkenaus Bürgermeister Milan Mapplassary und Vertreter der weiteren Birkenauer Fastnachtskooperationen gekommen waren.

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Der Spielmannszug der SVG Nieder-Liebersbach, unter der musikalischen Leitung von Stephanie Kohlmann-Mechnig, sorgte mit Flöten und Schlagwerk für einen zünftigen wie angemessenen musikalischen Sitzungsauftakt. Nach dem Einzug mit Narrhallamarsch präsentierte die Formation Musik von Klassikern der Zeichentrick-Fernsehserien, wie zum Beispiel den „Flintstones“ und „Tom und Jerry“, ins Gewand der Spielmannszugsmusik gekleidet.

Tänzerisch auf Torejagd

Den Ball des musikalischen Einstands nahm die Tanzgruppe „Great Rebels“ mühelos auf: Die 15 jungen Frauen ließen sich von dem Jugendfilm „Wilde Kerle“ inspirieren und gingen in Fußballoutfits tänzerisch auf Torejagd. Zu der Musik aus dem Film und weiteren Pop-Hits sorgten sie für beste Stimmung. Nach dem Mannschaftsfoto als Schlussfigur zu Klängen der Rockband AC/DC mussten die Tänzerinnen trotz des Erfolgs auf dem Platz zur Zugabe dann doch noch mal in die Verlängerung.

Auch in Schlumpfhausen gibt es Schulkinder – und Probleme im Fach Mathematik. Peter Kohlmann und Merlin Kohlmann mussten bei ihrem Büttendebüt feststellen, dass zwar kein Sechser im Lotto eingestrichen wurde, Junior stattdessen aber einen Sechser in Mathe eingefahren hatte. Dabei zeigte sich der junge Schlumpf doch eigentlich ganz fit, was das Kopfrechnen angeht: „Siebenmal sieben gibt ganz viel feinen Sand, acht mal vier das Deo von Mama.“ Vater Schlumpf musste aber hinzufügen, dass sechsmal Sechs in seinem Alter schon eine bemerkenswerte Leistung darstelle.

Von einem ganzen Sammelsurium an eingebildeten Erkrankungen war in der Bütt von Stephanie Kohlmann-Mechnig, Janina Mechnig und Steffen Kohlmann die Rede. Foto: Katrin Oeldorf
Von einem ganzen Sammelsurium an eingebildeten Erkrankungen war in der Bütt von Stephanie Kohlmann-Mechnig, Janina Mechnig und Steffen Kohlmann die Rede.

Schaurig-schönen Schwung in den Abend brachte der Hexentanz der Formation „Just us“. Mit kleinen Reisigbesen bewaffnet entfachten die Zauberfrauen in schwarzen und fliederfarbenen Hexenkostümen zu treibenden Popbeats mit einem Schuss Magie das Feuer unterm Kessel.

Sammelsurium der Krankheiten

Alle Ausgaben der Zeitschrift „Apotheken-Rundschau“ – im Volksmund auch „Rentner-Bravo“ genannt – kannten Büttenredner Stephanie Kohlmann-Mechnig, Janina Mechnig und Steffen Kohlmann in- und auswendig. Das Resultat: ein ganzes Sammelsurium an eingebildeten Erkrankungen. Beim Arztbesuch hatte Schwester Olga aber gute Tipps für weiterführende Behandlungen – gut allerdings weniger aus medizinischer als aus humoristischer Sicht. Bei Problemen mit den Ohren sei der Gang zum „Ohrologen“ angesagt; wenn das Genick steif ist, helfe der „Genickologe“; bei Störungen im Darm sei der „Därmatologe“ der richtige Ansprechpartner.

Die Tanzkooperation von SVG Nieder-Liebersbach, TV Reisen und TSV Weiher begeisterte mit ihrer Choreographie zum Film „Tribute von Panem“: In schwarzgrauen martialischen Uniformen mit roten Pfeilköchern auf dem Rücken präsentierten die Tänzerinnen einen echten Hingucker von Tanz, der präzise ausgeführte Gruppentanzfiguren zeigte, gespickt mit sehenswerten akrobatischen Einlagen.

Lieber zu Hause statt am Strand

Nieder-Liebersbach statt Strand oder Hochgebirge, so lautete die Urlaubsentscheidung von Stefan Kraft und Lotta Kraft in ihrer Bütt. Viel Wissenswertes wie Witziges hatten sie über das Dorf in der Republik Hinkelstein in Erfahrung gebracht und in Text, aber auch in Töne verwandelt.

Mit Gesang und Gitarre verhalfen sie Hits zu neuem textlichen Gewand und freuten sich nun mit „Wandeln durchs Grün“ statt „Cordula Grün“ auf den Urlaub im Odenwald. Natürlich durfte die Liewerschbescher Nationalhymne „Blutwurst und Sauerkraut“ nicht fehlen, die sie gemeinsam mit dem Publikum anstimmten.

Die Liewerschbescher Riewelescher sorgten mit jedem ihrer Programmpunkte für gute Stimmung im Saal. Foto: Katrin Oeldorf
Die Liewerschbescher Riewelescher sorgten mit jedem ihrer Programmpunkte für gute Stimmung im Saal.

Bunt und fröhlich wird der Tag der Toten in Mexiko gefeiert. Das Flair dieses Tages brachte die Tanzgruppe „Elements“ auf die Bühne. Fröhlich bunte, lange mexikanische Tanzkleider und im Kontrast dazu weißgeschminkte gruselige Gesichter brachten die verschiedenen Facetten dieses Fests auf die Bühne der SVG-Halle. Die „Elements“ boten einen Hingucker, nicht nur was ihr Outfit anging: Die Tänzerinnen zeigten eine abwechslungsreiche, stark umgesetzte Choreographie zu Flamencoklängen und lateinamerikanischer Hip-Hop-Musik und hatten mit LED-beleuchteten Totenköpfen und Tanzduetten im Salsa-Stil weitere Asse im Ärmel.

Organisiertes Chaos

Mit einer Playbackshow hießen Astrid Kamphausen und Kai Jochim die Gäste nach der Pause willkommen und brachten die Stimmung wieder auf die nötige Betriebstemperatur. Danke dafür sagte die Männertanzgruppe „Schmucker-Schlucker“ mit viel Bewegung und organisiertem Chaos. Für dieses sind die Minions aus den Animationsfilmen bekannt, in deren Outfits mit gelben Kappen und blauen Latzhosen die Tänzer geschlüpft waren, womit sie für viel Partystimmung sorgten.

Als Kioskverkäuferin ging Astrid Kamphausen in die Bütt. Als ein männlicher Kunde die Zeitschrift „Alles für die Frau“ kaufen wollte, um bei einer künftigen Beziehung auf alles vorbereitet zu sein, riet Kamphausen, doch zum Jugendmagazin Bravo und zur dortigen Sexualaufklärung von Dr. Sommer zu greifen. Mit viel sportlichem Engagement im witzigen rosa- und lilafarbenen Aerobic-Kostüm sorgte sie darüber hinaus in ihrem Aerobic-Workout zu Shirin Davids Hit „Bauch, Beine, Po“ für köstliche Unterhaltung.

Neues von Asterix und Obelix

Peter Jochim und Kai Jochim alias Asterix und Obelix aus Nieder-Liebersbach waren in der Hauptstadt der Birkenauer Besatzer auf der Jagd nach dem „Passierschein A38“. Dieser Schein und die Unmöglichkeit, ihn zu erhalten, steht im Zeichentrickfilm „Asterix erobert Rom“ sinnbildlich für bürokratischen Irrsinn. Ebenso erging es den beiden bei der Suche nach diesem Schein im Birkenauer Rathaus, in dem ohne online vereinbarten Termin nichts mehr gehe. Darüber hinaus mussten beide nach langem Warten auch noch feststellen, dass online nicht bedeutet, dass man sich „in ooner Lein“ aufreihen muss. Beide freuten sich aber auch ohne „Passierschein A38“ auf die Rückkehr nach Nieder-Liebersbach, dem Dorf, wo Edelbrenner Mück als Miraculix und Gastronom Hans-Peter Mitsch als Troubadix wirken.

Die köstlichen Versuchungen am Süßigkeitenstand setzte die Tanzgruppe „X-Treme“ großartig in Szene. In tollen rosa- und fliederfarbenen Tanzkostümen, deren Tutus mit vielen kleinen LED-Lichtern verziert waren, präsentieren die elf Tänzerinnen als Zuckergebäck eine aufwendig arrangierte wie einfallsreich gestaltete Tanzshow. Diese wurde von der Truppe um Trainerin Jenny Seitz mit viel sportlicher Dynamik und Charisma vorgetragen und geriet zum spektakulären Absch