Unter-Schönmattenwag

CV Kapital feiert zirkusreifen und kunterbunten Rosenmontag

Unter dem Motto "Willkommen im Zirkus CVK" luden die Narren aus Schönmattenwag ins Haus des Gastes ein. Ein farbenfroher Abend voller Tanz.

Die Minis des CVK eröffneten die Rosenmontagssitzung. Foto: Fritz Kopetzky
Die Minis des CVK eröffneten die Rosenmontagssitzung.

„Manege frei“ hieß es im Haus des Gastes am vergangenen Montagabend, denn der CV Kapital (CVK) hatte traditionell zur Rosenmontagssitzung nach Schimmeldewog eingeladen. Sitzungspräsident und Zirkusdirektor Sebastian Siefert entführte das Publikum in die kunterbunte Welt des Zirkus CVK. Tatkräftig unterstützt wurde er dabei von Clown Katharina Zink, die die Zuschauer nicht nur mit einem kleinen magischen Intermezzo verzauberte, sondern bei der Schunkelrunde vor der Pause auch mit glasklarem Live-Gesang glänzte.

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Die junge Garde CV Kapital hielt für das Publikum eine Kostprobe ihres Könnens zur Melodie des „Wellerman“ bereit. Auch die „große“ Garde begeisterte mit einer perfekt aufeinander abgestimmten Tanznummer zu elektrischer Musik und hatte sich damit eine Rakete verdient. Schließlich bewiesen die Solistinnen der Hirschhorner Ritter, dass sie nicht nur in Sachen Tanz herausragend abschneiden, sondern mit ihren akrobatischen Einlagen längst zirkusreif sind.

Sitzungpräsident und Zirkusdirektor Sebastian Siefert führte durch den Abend. Foto: Fritz Kopetzky
Sitzungpräsident und Zirkusdirektor Sebastian Siefert führte durch den Abend.

Dass sich beide Vereine um den Nachwuchs keine Sorgen machen müssen, zeigten die Jüngsten gleich zu Beginn des Abends: Die Minigarde der Hirschhorner Ritter erntete mit ihrem fröhlich hüpfenden Gardetanz die erste Rakete des Abends. Weniger klassisch ging es bei den Minis des CVK zu: In knallig-monochromen roten, blauen und gelben Kostümen begeisterten sie zu kraftvollen Rhythmen das Publikum.

Gefahren der Reha

Fast schon ein Fastnachtsurgestein ist dagegen die einzige Büttenrednerin des Abends: Tanja Kunkel alias Apolonia. Sie müsse in Reha, berichtete sie, denn sie habe „Rücken“. Das sei aber alles gar nicht so einfach: Zum Beispiel könne die Wassergymnastik bei einem unvorsichtigen Einsatz des Schwimmbretts mit einer Gehirnerschütterung des Vordermanns enden.

Tanja Kunkel alias Apolonia aus Löhrbach ist ein fester Bestandteil der Rosenmontagssitzung. Foto: Fritz Kopetzky
Tanja Kunkel alias Apolonia aus Löhrbach ist ein fester Bestandteil der Rosenmontagssitzung.

Schon bei den Vorbereitungen habe es Schwierigkeiten gegeben: Das Telefonshopping habe sie bei der Suche nach einem Badeanzug aufgegeben. Das Teil, das sie bestellt hatte, habe an einigen Stellen zu wenige und an anderen zu viele Löcher gehabt.

Nein – viel lieber gehe sie in die Geschäfte. Da habe sie sich in ein Kleid verliebt, das mal „Chanel“ gehört habe – so stehe es zumindest auf dem daran hängenden Etikett. Die Empfehlung der Verkäuferin: Die Tasche von Louis und die Schuhe von Valentino würden gut dazu passen. Da habe es ihr mit dem Second-Hand-Shopping gereicht, sagte sie, denn Männer hätten doch immer so breite Füße.

Stück mit dem Publikum

Dass auch das Publikum aktiv werden muss, hat beim CV Kapital schon Tradition: Mit Freiwilligen aus der Menge, darunter auch Bürgermeister Dr. Sascha Weber und OKACLU-Prinzessin Justine Hintenlang, wurden zwei kleine Geschichten erzählt. Der Text, den die Laiendarsteller vorlesen mussten, war jedoch nicht vollständig, sondern musste mit kleinen Fakten rund um Schimmeldewog vervollständigt werden.

Und das mal mehr oder weniger richtig: Während Comedian Sascha Grammel zum Bürgermeister Wald-Michelbachs erklärt und der Gefrierpunkt auf 20 Grad Celsius angehoben wurde, glänzte der richtige Rathauschef Weber mit einer fast punktgenauen Schätzung der Einwohnerzahl von Unter-Schönmattenwag. Immerhin: Der volle Name des Kerwepfarrerers Jens Gam war bekannt.

Clown Katharina Zink verzauberte das Publikum nicht nur mit ihren magischen Tricks, sondern auch mit ihrem Live-Gesang zur Schunkelrunde. Foto: Fritz Kopetzky
Clown Katharina Zink verzauberte das Publikum nicht nur mit ihren magischen Tricks, sondern auch mit ihrem Live-Gesang zur Schunkelrunde.

Dieser trat später auch selbst auf. Nicht ganz zirkusreif, dafür aber mit reichlich Humor ging die Vorstellung des Zirkus Kerwebrogge über die Bühne. Die Schönmattenwager Kerwejugend präsentierte eine amüsante Show mit nicht ganz so grazilem Männerballett, einer Tiershow ohne Wildtiere, Artisten, die kaum einen Purzelbaum schlagen konnten, und den starken Männern im Muskelshirt. Zirkusdirektor und Kerwepfarrer Jens Gam brachte dabei die Stimmung im Haus des Gastes zum Kochen.

Showtanz begeistert

Geschickter gingen es die Showtanzgruppen an – keine durfte die Bühne verlassen, ohne eine Zugabe zu geben. Ihre Liebe zum Hip-Hop zum Ausdruck brachte die Formation Dance Fusion. Mit Taschenlampen und Nebelmaschine sorgten sie für ihre eigene Lichtshow und zeigten, warum sie den Titel des Hessischen Landesmeisters in der Kategorie Urban Dance sichern konnten. Der Auftritt von Elements machte dann unter dem Motto „Starlight Express“ reichlich Tempo – zwei Tänzerinnen sausten dabei sogar auf Rollen durch den Saal. Ein besonderer Höhepunkt war auch der Auftritt der Formation Rhythmix. Die Tänzer nahmen die Zuschauer mit durch die Gefühlswelt der Protagonistin und inszenierten Emotionen wie Wut, Trauer, Liebe und Freude choreografisch wie musikalisch, was in einem Gefühlsfeuerwerk endete.

Der Auftritt der Minigarde der Hirschhorner Ritter zeigte: Der Nachwuchs ist gesichert. Foto: Fritz Kopetzky
Der Auftritt der Minigarde der Hirschhorner Ritter zeigte: Der Nachwuchs ist gesichert.

Mit dem Thema Zirkus wurde dann auch das Finale des Abends eingeläutet. Beim Auftritt von Ratz Fatz tänzelten weiß-pink gekleidete Clowns und die Musiker einer Zirkuskapelle in schwarz-weiß um einander herum. Die Formationen Next Generation und Limited Edition dagegen hatten sich zusammengeschlossen, um eine Show innerhalb der Show darzubieten: Schwarz-weiße Pantomime, Seiltänzerinnen mit feinem Schirmchen und Lichter-Tutu und die Wahrsagerinnen mit der leuchtenden Kristallkugel traten nach und nach mit ihrer eigenen Choreografie auf die Bühne, bis schließlich alle zusammen tanzten.

Spätestens beim großen Finale hielt es auch die närrische Menge nicht mehr auf den Stühlen: Mit Macarena und YMCA wurde die After-Party eingeläutet.