Nieder-Liebersbach

Dringender Hilferuf der Vereine

Die Vereine von Nieder-Liebersbach wenden sich in einem gemeinsamen Appell an die Bevölkerung. Wer kann privaten Wohnraum zur Verfügung stellen?

Die Vereine hoffen auf die Solidarität der Dorfgemeinschaft. Foto: Fritz Kopetzky
Die Vereine hoffen auf die Solidarität der Dorfgemeinschaft.

Die Vereine von Nieder-Liebersbach wenden sich in einem gemeinsamen Appell an die Bevölkerung. Ziel ist es, so schnell wie möglich privaten Wohnraum für die Unterbringung von Flüchtlingen zu finden. Vor wenigen Tagen gab es in Nieder-Liebersbach eine Krisensitzung der örtlichen Vereine mit Ortsvorsteher Marc Steinmann, Bürgermeister Milan Mapplassary und einer Mitarbeiterin der Verwaltung.

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Vereine könnten in existenzielle Nöte geraten

Die Gemeinde steht bei der Unterbringung von zugewiesenen Flüchtlingen – 30 pro Quartal –nach eigenen Angaben mit dem Rücken zur Wand. Deshalb gibt es nun konkrete Pläne, kommunale Liegenschaften wie das Alte Rathaus in Nieder-Liebersbach zu belegen. Die hier bislang beheimateten Vereine wie die Chöre (Sängerlust, FUNtastiChor, Mittwochschor) Ungarnfreunde und Vogelfreunde könnten dadurch in existenzielle Nöte geraten, wie es in dem Aufruf heißt: „Bevor die Gemeinde bereits im Oktober diesen letzten Schritt gehen wird, wollen wir auf diesem Weg noch einmal gemeinsam versuchen, vorhandene Wohnraumreserven zu mobilisieren.“ Die örtlichen Vereine ziehen alle an einem Strang und haben das in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, zuletzt beim ersten gemeinsamen Brunnenfest. Der Erlös dieser Veranstaltung wird der örtlichen Gemeinschaft zugute kommen.

In der Frage der Unterbringung von Flüchtlingen hoffen die Vereine nun auf die Solidarität der Dorfgemeinschaft und deren Unterstützung: „Wenn Sie eine Wohnung oder eine Immobilie in der Gemeinde haben, die derzeit leersteht, dann gehen Sie auf die Gemeinde zu und sprechen Sie über eine mögliche befristete Vermietung“, heißt es in dem Aufruf. Das Mietverhältnis werde zwischen den Eigentümern und der Gemeinde geschlossen. Gedacht sei an zwei Jahre. Gerne dürfe das Objekt auch möbliert sein. „Wenn Sie sich zu diesem Schritt entschließen können, dann helfen Sie nicht nur Menschen in Not, die aus ihrer Heimat vor Krieg oder Verfolgung geflohen sind, sondern zugleich auch uns Vereinen und damit der dörflichen Gemeinschaft“, schreiben die Vereine. Mit der Unterstützung von vielen habe man in der Vergangenheit schon vieles erreicht, auch bei der Integration von Flüchtlingen: „Helfen Sie uns, dass das auch in Zukunft so bleibt.“